Agenda 2024

DEMOCRACY UNDER ATTACK

Disinformation Campaigns, AI and the Role of the Media in the 2024 Super Election Year
Donnerstag, 12. September 2024, Orangerieschloss Sanssouci, Potsdam
Hashtag: #M100SC
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09:00 – 20:00

M100 SANSSOUCI COLLOQUIUM und M100 MEDIA AWARD

 


09:00 – 09:30

CHECK-IN

Konferenzmoderation: Christoph Lanz, Trustee Thomson Foundation, M100-Beirat


09:30 – 09:40

WELCOME

by Organizers


09:40 – 10:00
GETTING STARTED!
Interactive round of introduction

10:00 – 10:30

OPENING SPEECH             
Anna Wieslander

Direktorin für Nordeuropa beim Atlantic Council, Vorsitzende des Instituts für Sicherheits- und Entwicklungspolitik (ISDP), Generalsekretärin des Schwedischen Verteidigungsverbandes (AFF), Schweden

mit Q&A

 


10:30 – 11:45

PLENARY ROUNDTABLE I

Inspiration I: Dr. Claudia Major, Leiterin Forschungsgruppe Sicherheitspolitik SWP, Deutschland
Inspiration II: Stefan Schaible, Senior Partner, Global Managing Partner, Roland Berger, Deutschland
Moderation: Christoph Lanz, Trustee Thomson Foundation, M100 Advisory Board

Schon beim M100 im vergangenen Jahr wurde von Teilnehmern eindrücklich darauf hingewiesen, dass sich liberale Demokratien ihrer eigenen Verantwortung, ihre Werte zu verteidigen, viel bewusster werden müssen. Nicht nur in Europa haben EU-skeptische, rechtspopulistische und rechtsextreme Parteien immer mehr Zulauf und könnten bei der bevorstehenden Europawahl ein politisches Erdbeben auslösen. Zudem bergen Allianzen von russlandfreundlichen Regierungen wie Ungarn, Serbien und der Slowakei innerhalb der EU eine weitere Gefahr, während autokratische Bündnisse zwischen China, Russland, Saudi-Arabien und dem Iran die äußere Sicherheit bedrohen. Nur Polen unter seinem neuen Premierminister Donald Tusk ist es gelungen, in Zeiten zunehmender Autokratisierungstendenzen ein Zeichen der Hoffnung für die Möglichkeit einer Umkehr dieser Entwicklung zu setzen.
Der Krieg in Nahost spaltet die Gesellschaften nun auch noch von innen wie selten zuvor und stellt die Rahmenbedingungen unserer demokratischen Grundordnung auf eine harte Probe.
So stellt sich unter anderem die Frage, was das Ergebnis der Europawahlen – sowie einer ganzen Anzahl weiterer Wahlen in diesem Jahr – für die Zukunft Europas und der Weltordnung, wie wir sie kennen, bedeutet.
Stefan Schaible, Senior Partner und Global Managing Partner der Unternehmensberatung Roland Berger, betont: „Ein starkes, demokratisches Europa ist die Basis für Frieden, Freiheit und wirtschaftliches Wachstum.“
„Frieden ist mehr als die Abwesenheit von Krieg“, so die Sicherheitsexpertin der SWP, Dr. Claudia Major. „Europa muss dringend seine Verteidigungsstrategie überdenken, um aktuellen und künftigen Bedrohungen wirksam begegnen zu können. Ich hoffe auf eine Gesellschaft, die die Notwendigkeit von Verteidigung versteht.“


11:45 – 12:15

LIVE JOURNALISM: DISINFORMATION IN ELECTION CAMPAIGNS

Präsentation des M100 Young European Journalists Workshop


12:15 – 13:15

Lunch


13:15 – 13:30

INSPIRATION: “How to defend Democracy on Social Media?”

Luai Ahmed
Host bei „Builders of the Middle East“, Kolumnist beim Bulletin, Schweden

mit Q&A


13:30 – 14:45

PARALLEL STRATEGIC WORKING GROUPS:
I. Europas Zukunft: Wie kann Demokratie durchsetzungsfähiger werden?

Inspiration: Nicolas Tenzer, Non-resident Senior Fellow am Centre for European Policy Analysis (CEPA), Frankreich
Moderation: Anja Wehler-Schöck, International Editor Der Tagesspiegel, Deutschland

Europa steht vor einer Vielzahl interner und externer Herausforderungen, die von wachsendem Populismus und Autoritarismus bis hin zu geopolitischer Instabilität und technologischen Störungen reichen. Die Notwendigkeit, die demokratischen Institutionen, die Werte und die Widerstandsfähigkeit Europas zu stärken, war nie dringender. Wenn Europa, wenn die Demokratie überleben will, muss sie widerstands- und durchsetzungsfähiger werden.
Bereits 2014 schrieb der Autor Simon Shuster im Time Magazine: „Eine Generation von Westlern ist in dem glücklichen Glauben aufgewachsen, der Kalte Krieg sei längst vorbei und Frieden sei Europas Schicksal. Es fällt ihnen schwer, sich der Aufgabe zu stellen, Russlands Ambitionen wieder einzudämmen. Also macht Putin weiter. Sein immer offensichtlicheres Ziel ist es, Europa zu spalten, den Nato-Schirm zu zerreißen und den russischen Einfluss in der Welt wiederherzustellen.“
Nicolas Tenzer, französischer Europa- und Sicherheitsexperte, kritisiert, dass der Westen das Ausmaß des „totalen Kriegs“ Russlands gegen die Ukraine nicht erkenne. „Die Konzepte der Praktiker und Theoretiker der internationalen Beziehungen angesichts der Realität eines totalen Kriegs, den Putin gegen die Demokratien führt, funktionieren nicht. Weit über die Invasion in der Ukraine hinaus ist hier etwas sehr viel Tiefgreifenderes im Gange.“

 

II. Im Netz der Propaganda: Wie Desinformationskampagnen weltweit Wahlen beeinflussen

Inspiration: Jessikka Aro, Journalistin, Expertin für russischen Informationskrieg, Autorin, u.a. „Putins Armee der Trolle. Der Informationskrieg des Kreml gegen die demokratische Welt“, Finnland
Moderation: N.N.
Desinformationskampagnen sind zu einer allgegenwärtigen Bedrohung für die Integrität von Wahlen auf der ganzen Welt geworden. Im Superwahljahr 2024 stehen die Auswirkungen auf demokratische Wahlen besonders im Fokus von Politikern, Medien und Öffentlichkeit, da sie Politik und Gesellschaft auf Jahre hinaus entscheidend verändern könnten. Nach Untersuchungen des National Endowment for Democracy haben Peking und Moskau massive, nach außen gerichtete Medienkapazitäten aufgebaut, die in der Lage sind, Inhalte nach den Vorlieben der politischen Führung zu kuratieren. Die von diesen staatlich gelenkten pseudo-journalistischen Unternehmen verbreiteten Geschichten sind zunehmend aufeinander abgestimmt und nutzen Gelegenheiten, um Botschaften und Erzählungen an Orten auf der ganzen Welt zu konzentrieren. Ihr Ziel ist es nicht, „das Verhalten von Politikern zu ändern, die Herzen und Köpfe der Bürger zu gewinnen oder die Vitalität von Demokratien und ihren Widerstand gegen Diktaturen zu schwächen. Sie versuchen vielmehr, die Idee der Demokratie selbst zu untergraben“.

 

III. Wie kann man potenziellen Nutzen und potenziellen Schaden abwägen? Journalismus und Künstliche Intelligenz

Inspiration: Amy Mitchell, Executive Director, Center for News, Technology & Innovation. Center For News, Technology & Innovation (CNTI), Washington, USA
Moderation: Prof. Dr Alexandra Borchardt, Leitende Journalistin, Beraterin, Dozentin, Deutschland
KI revolutioniert nicht nur die Industrie weltweit, sondern auch den Journalismus und die Art und Weise, wie die Öffentlichkeit informiert wird. Wie bei den meisten neuen Technologien bringen KI-Entwicklungen sowohl positive Chancen als auch potenzielle Nachteile mit sich – auch im Hinblick auf ihre Rolle für eine informierte Öffentlichkeit. Wie können Journalisten diese Chancen nutzen und sie dem Publikum auf eine Art und Weise vermitteln, die sinnvoll ist, Vertrauen schafft, relevant ist und dem Publikum hilft, die Inhalte, auf die es stößt, zu bewerten?

 

IV. Die Zukunft der Medien: Journalismus zwischen Objektivität und Aktivismus

Inspiration: N.N.
Moderation: N.N.
Der Krieg in der Ukraine und der mörderische Angriff der Hamas auf Zivilisten in Israel sind große Herausforderungen für den Journalismus. Hinzu kommen die sich immer schneller ausbreitenden Propaganda- und Desinformationskampagnen, die darauf abzielen, die westliche Gesellschaft zu spalten und die Redaktionen vor große Probleme stellen. Kann Journalismus in diesen Zeiten noch objektiv sein? Oder sollte er, wie Anfang 2023 in einem Meinungsartikel der Washington Post argumentiert wurde, die Objektivität ganz aufgeben, da sie nicht mehr mit dem neuen Zeitalter, einer neuen Generation von Journalisten, vereinbar sei? Dass „wahrheitssuchende Nachrichtenmedien über das hinausgehen müssen, was ‚Objektivität‘ einst bedeutete, um vertrauenswürdigere Nachrichten zu produzieren“?
Gerade im Fall Hamas-Israel hat man manchmal den Eindruck, dass eine „objektive Berichterstattung“ kaum noch möglich ist und immer mehr Journalisten zu Aktivisten (für welche Seite auch immer) mutieren. Damit verbunden ist die Frage, ob ein Journalist auch ein Patriot sein muss oder ob Fakten immer veröffentlicht werden müssen, auch wenn sie dem eigenen Land schaden. Es stellt sich auch die Frage, welche Rolle traditionelle Medien in Zukunft noch spielen werden, welche neuen Formen des Journalismus die Nutzer in Zukunft erreichen werden und was dies für die Unabhängigkeit und Zukunft und auch die Glaubwürdigkeit der (traditionellen) Medien bedeutet.


14:45 – 15:15

Coffee Break


15:15 – 16:00

PLENARY ROUNDTABLE II

Präsentation der Arbeitsgruppen, Zusammenfassung der Diskussion und der Ergebnisse


16:00 – 17:30

Break


17:30 – 18:30

SPECIAL TALK

18:30 – 19:00

Break


19:00 – 20:00

M100 MEDIA AWARD             

 


20:00 –  22:00

EMPFANG