Agenda

“From Crisis in Perpetuity to Democratic Resilience”

Mittwoch, 6. Oktober 2021, Schlosstheater Neues Palais, Potsdam, hybrid
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14:00 – 19:00

M100 SANSSOUCI COLLOQUIUM und M100 Media Award


Ab 13:30
Anmeldung online

14:00 – 14:05
Online
BEGRÜSSUNG

14:05 – 14:15
PRÄSENTATION Masterpiece Young European Journalists Workshop

14:15 – 14:25
BREAK OUT SESSIONS

14:25 – 14:50
ERÖFFNUNGSREDE
“The Revenge of The Real: Politics for a Post-Pandemic World”

Benjamin H. Bratton, Professor für Bildende Kunst, University of California, USA

Q & A


14:50 – 15:50
PARALLEL STRATEGIC ROUNDTABLE DISCUSSIONS
I. New beginnings: Leadership in (post-)Covid times

Input: Alberto Alemanno, Jean-Monnet-Professor für Recht und Politik, HEC Paris, Frankreich
Moderation: Annalisa Piras, Journalistin, Filmemacherin & CEO, The Wake Up Foundation, Italien/GB

Ob „Schwarzer Schwan“ (Nassim Nicholas Taleb) oder doch ein weißer: Die Corona-Pandemie war und ist ein Stresstest für Regierungen und Gesellschaften weltweit. Und Corona wird nicht die letzte Krise sein. Welche Lektionen ziehen wir daraus? Wie krisenfest sind unsere Demokratien? Welcher Reformen bedarf es, um aufkommende Bedrohungen künftig rechtzeitig zu identifizieren und mit adäquaten Antworten darauf aufzuwarten? Und wie können Zusammenhalt und Akzeptanz der Gesellschaften im Ausnahmezustand gewahrt und verhindert werden, dass aus konkreten Problemen wie einer Pandemie, Migration oder dem Klimawandel am Ende Krisen der Demokratie werden?

II. Fit for the job? Europe’s role in a changing world order

Input: Botschafter Wolfgang Ischinger, Vorsitzender Münchner Sicherheitskonferenz, Deutschland
Moderation: Christoph Lanz, Head of Board, Thomson Media, Deutschland

Jeder für sich allein, geschlossene Grenzen, Exportkontrollen: Weder die Europäische Union noch das multilaterale System gaben in der Pandemie, die per definitionem keine Grenzen kennt, ein gutes Bild ab. Und während autoritäre Staaten noch autoritärer wurden (und EU-Mitglieder wie Ungarn und Polen weniger demokratisch), droht die EU, die gerade das erste Mal seit 2007 einen Prozess der institutionellen Reform in Angriff nimmt, geopolitisch zum Getriebenen zu werden. Wie weltpolitikfähig ist die EU? Wie weiter im Verhältnis zu Russland und China? Und welcher Reformen bedarf es, um globalen Herausforderungen, aber auch den Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger gerecht zu werden?

III. ’A matter of facts trust’: Science and Journalism in perilous times

Input: Wolfgang Blau, Visiting Research Fellow, Reuters Institute for the Study of Journalism an der Universität Oxford, GB
Moderation: Alexandra Borchardt, Senior Research Associate, Reuters Institute for the Study of Journalism, GB

Die Covid-Pandemie hat eindrücklich bewiesen, wie sehr unsere Gesellschaften auf Wissenschaft und Journalismus angewiesen sind. Epidemiologen und Virologen prägen öffentliche Debatten und politisches Handeln, Nachrichtenmedien berichteten in Echtzeit über Infektionsgeschehen und Krisenmanagement der Regierungen. Gleichzeitig stehen sowohl Wissenschaft als auch Medien teils unter massivem Beschuss – Kennzeichen eines grundsätzlichen Trends: Impfgegner, Klimawandelleugner und Populisten attackieren die Autorität wissenschaftlicher Expertise und die Legitimation des redaktionell organisierten Journalismus. Selbst in Pandemie-Zeiten ziehen Teile der Bevölkerung „alternativen Fakten“ und Verschwörungstheorien den „Mainstream-Medien“ vor. Welche Implikationen ergeben sich daraus für JournalistInnen und WissenschaftlerInnen, auch in Bezug auf die Berichterstattung über andere Krisen und den Klimawandel? Wie ist es um das Verhältnis zwischen beiden Bereichen bestellt? Wie lässt sich den Wissenskonflikten unserer Zeit begegnen, oder anders gefragt: Wie muss eine zeitgemäße und effektive Wissenschaftskommunikation in Zeiten eines rapide fortschreitenden Medienwandels gestaltet sein?


15:50 – 16:15
BERICHTE UND ERGEBNISSE AUS DEN STRATEGISCHEN ROUNDTABLES

16:15 – 17:00
Pause und digitales Networking

17:00 – 19:30
Schlosstheater im Neuen Palais, Potsdam
17:00 – 17:30
ERÖFFNUNGSREDE
„Resilience in late Modernity“

Prof. Dr. Andreas Reckwitz, Professor für Allgemeine Soziologie und Kultursoziologie, Humboldt-Universität zu Berlin, Deutschland

Q&A


17:30 – 18:15
SPECIAL TALK
„The Totalitarian Temptation“

Podium: Dr. Can Dündar, türkischer Top-Journalist und Chefredakteur von Özgurüz, Dr. Claudia Major, Leiterin der Abteilung Internationale Sicherheit bei der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), und Saad Mohseni, afghanisch-australischer Medienunternehmer und Mitbegründer und Vorsitzender der MOBY Group.
Moderation: Ali Aslan, internationaler TV-Moderator und Journalist

Der (militärische) Abzug des Westens aus Afghanistan ist der dramatische Höhepunkt einer ganzen Reihe von in den letzten Jahrzehnten gescheiterten Versuchen des Nation Building, vor allem islamisch geprägter Staaten. Auch Ländern wie Somalia, Liberia, Kongo, Mali und dem Irak hat das Engagement westlicher Staaten weder Frieden noch Freiheit gebracht, sondern meist Armut, Krieg und Terror noch verstärkt. Der national-autoritäre Backlash, den mittel- und osteuropäischen Länder wie Polen und Ungarn vollzogen haben, zeugt davon, dass Rechtsstaatlichkeit, so genannte „westliche Werte“ und der Weg zur liberalen Demokratieform auch in Europa keine Selbstläufer sind. So sind nach einer Studie des „National Endowment for Democracy“ demokratische Länder heute insgesamt anfälliger für autoritäre Tendenzen „als zu irgendeinem anderen Zeitpunkt in der Zeit nach dem Kalten Krieg“.
Bei allen Unterschieden: Wo liegen die Parallelen zwischen diesen unterschiedlichen Erfahrungen? Was macht Menschen und Regierungen so anfällig für autokratische Herrschaftsformen? Führt die Globalisierung am Ende nicht zu einer Verbreitung der Demokratie sondern zur Globalisierung des Autoritarismus? Und was lässt sich der totalitären Versuchung (“totalitarian temptation“) entgegensetzen?


18:30 – 19:30
M100 MEDIA AWARD
Schlosstheater im Neuen Palais, Potsdam

Begrüßung

Mike Schubert, Oberbürgermeister der Stadt Potsdam

Eine Agenda für demokratische Resilienz: Ergebnisse des M100 Sanssouci Colloquiums

Präsentiert durch Annalisa Piras, Alexandra Borchardt und Christoph Lanz.
Moderation: Ali Aslan

Laudatio

Christian Lindner, Bundesvorsitzender der FDP

Dankesrede

Leonid Volkov für Alexei Nawalny, Politiker, Stabschef und politischer Direktor des Teams von Alexei Nawalny