Neue Europäische Newsplatform

28. November 2022. Tim Kohnen, Teilnehmer des diesjährigen M100 Young European Journalists Workshop, hat heute zusammen mit seinem Kollegen Julius E. O. Fintelmann die Nachrichtenplattform The European Correspondent gestartet.

„The European Correspondent ist eine neue Art von Medienorganisation“, sagen Tim und Julius. „Als gebürtige Europäer blicken wir über die nationalen Grenzen hinaus, um die Herausforderungen unserer Zeit zu erkennen. Wir glauben, dass die Bürgerinnen und Bürger in ganz Europa sich der Machtdynamik, der Handlungen und der Entscheidungsprozesse bewusst sein müssen, die diesen Kontinent bestimmen. Unser Team, das sich aus Journalisten aus ganz Europa zusammensetzt, liefert unabhängige, faire und ausführliche Berichte über die Ereignisse, die das tägliche Leben der Menschen hier beeinflussen. Der europäische Journalismus ist ein Experiment“, betonen Tim und Julius: „Gemeinsam mit unseren Lesern wollen wir vielfältige Ideen ausprobieren und definieren, wie europäischer Journalismus aussehen könnte und sollte. Wir sind weit davon entfernt, ein fertiges Produkt anzubieten – stattdessen wollen wir unsere Leser einladen, uns bei diesem Abenteuer zu begleiten.“

Unabhängige Nachrichten für und über Europa sind wichtig wie nie. Deshalb unterstützt M100 dieses inspirierende und mutige Projekt von Tim, Julius und ihrem Team und wünscht viele Leser und weitere Unterstützer!

Zusammenfassung des M100 Sanssouci Colloquiums

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Hella Pick, Institute for Strategic Dialogue

„In diesen wenigen Stunden wurde eine außerordentlich breite Palette von Themen von einer ebenso breiten Palette von Rednern behandelt“, fasste Hella Pick, Doyenne des M100 Sanssouci Colloquiums und seit der ersten Ausgabe im Jahr 2005 dabei, das 18. M100 Sanssouci Colloquium zusammen. „Der Titel unserer Tagung lautet ‚Krieg und Frieden – Eine neue Weltordnung‘. Das ist ein weit gefasster Auftrag, und ich glaube nicht, dass irgendjemand erwartet hat, dass ein Entwurf dabei herauskommt! Das gezeigte Fachwissen war erstaunlich. Die tiefe Besorgnis, wenn nicht gar Bedrückung, war unübersehbar. Die Berichte der Strategischen Arbeitsgruppen haben uns allen bereits einen Überblick über die Diskussionen und die Schlussfolgerungen gegeben, zu denen wir gelangt sind. Ich bin sicher, dass wir alle, die wir heute hier zusammengekommen sind, der Meinung sind, dass die Welt und insbesondere Europa zu einem gefährlichen Brandherd geworden ist. Es war ernüchternd, den Analysen von Experten über die wachsenden Gefahren für die Demokratie zuzuhören oder mehr über den Krieg in der Ukraine und seine Auswirkungen auf Europa und die Welt im Allgemeinen zu erfahren. Wenn wir uns unserer Medienwelt zuwenden, müssen wir immer wieder an die Bedrohung der Rede- und Medienfreiheit erinnert werden. Und es war in diesem Zusammenhang ebenso wichtig, sich mit dem langjährigen Kampf Europas um seine Autonomie auf dem digitalen Schlachtfeld zu befassen.“

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Meera Selva: „Eine der bewegendsten Zeremonien, die ich je miterlebt habe“

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Potsdam, 28. Oktober 2022. Meera Selva, CEO Internews Europe, UK, über das M100 Sanssouci Colloquium:
„Es war unheimlich wichtig, über die Bedeutung des Journalismus und die Rolle zu sprechen, die Journalisten bei der Bekämpfung von Fehlinformationen spielen, vor allem aber bei der Schaffung eines gesunden Informationsumfelds, das der gesamten Gesellschaft und der Demokratie zugute kommt. Für uns ist dies ein wichtiges Thema in der Ukraine, in ganz Europa, aber auch in der ganzen Welt. Es ist ein Kampf, den wir alle führen, und es war sehr wichtig, dass die Konferenz diese Fragen in diesem Rahmen erörterte.

Die Verleihung des M100 Media Awards an das ukrainische Volk ist eine der bewegendsten Zeremonien, die ich je miterlebt habe. Zu sehen, welche Opfer gebracht werden, welche Anstrengungen unternommen werden, und die Überzeugung, wofür sie kämpfen und warum sie kämpfen, auf der Bühne zum Ausdruck zu bringen, war sehr schön zu sehen.“

„Die Medienbranche muss offener über psychische Gesundheit sprechen“

von Denise Brechbühl

Denise Brechbühl ist freiberufliche Journalistin aus der Schweiz. Dieses Jahr nahm sie am M100 Young European Journalists Workshop in Berlin und Potsdam teil, bei dem es um Desinformation, Fake News und journalistische Unparteilichkeit in Kriegs- und Krisenzeiten ging. In einem Side-Kick diskutierten die 21 Teilnehmer aus 17 europäischen Ländern auch das wichtige Thema „Mentale Gesundheit im Journalismus„.

Kriegsbilder am Fotodesk, prekäre Arbeitsbedingungen, Berichterstattung in konfliktreichen Kriegsgebieten – viele Journalisten leiden unter psychischen Belastungen. Oft fühlen sie sich damit allein gelassen und sind dadurch anfälliger für psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Burnout. Die Medienbranche muss offener über mentale Gesundheit sprechen. Auf dem M100-Workshop konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen Nachmittag lang offen darüber diskutieren.
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Die Rolle der Medien: Wir brauchen mehr Medienkompetenz

Potsdam, 26. Oktober 2022. Die Strategische Arbeitsgruppe III widmete sich dem Thema „Wie wir auf die Informationskriegsführung reagieren: Können wir Information als europäisches öffentliches Gut zurückfordern?“ und wurde von Prof. Dr. Alexandra Borchardt moderiert, leitende Journalistin, Buchautorin, Dozentin, Medienberaterin und Mitglied des M100-Beirats. Sie präsentierte auch das Ergebnis der Diskussion. Die einleitenden Impulse hielten Meera Selva, CEO for Internews Europe, UK, und Roman Badanin, Gründer und Chefredakteur von Proekt und von Agentstvo, einem Zusammenschluss von Journalisten, die von der russischen Regierung wegen ihrer investigativen Berichterstattung ins Visier genommen wurden.

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Europa in einer neuen Weltordnung: Wunsch nach Reformen

Potsdam, 24. Oktober 2022. Die Ergebnisse der Strategischen Arbeitsgruppe II „Die Rolle Europas in einer neuen Weltordnung“ wurden von Dr. Ali Fathollah-Nejad, Politikwissenschaftler, American Council on Germany & American University of Beirut, vorgestellt. Eingeleitet wurde die Arbeitsgruppe von Impulsen von Dr. Julia De Clerck-Sachsse, EU-Diplomatin und Wissenschaftlerin, Gastwissenschaftlerin GMF, und LTG (Ret) Ben Hodges, Senior Advisor, Human Rights First. In der Diskussion wurde betont, dass Europa hinter der Rolle der Armee und des Militärs zurückbleibt, um eine vollwertige Weltmacht zu werden. Die Frage ist, wie eine neue Weltordnung definiert werden könnte. Was ist eine post-unitäre Weltordnung mit dezentraler wirtschaftlicher Schwerkraft, die sich vom Atlantik zum Pazifik verlagert und sich nicht in geopolitischen Machtverschiebungen niederschlägt?

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Europäische Digitale Strategische Autonomie: „China ist kein Modell, dem man folgen sollte“

Potsdam, 21. Oktober 2022. In der sich wandelnden internationalen Sicherheits- und Wirtschaftslandschaft haben die Begriffe „Souveränität“ und „Autonomie“ eine beispiellos zentrale Rolle in der strategiepolitischen Agenda der EU erlangt. „Strategische Autonomie“ ist zum vorherrschenden konzeptionellen Rahmen für die langfristige Entwicklung der EU geworden. Ein weiterer kritischer Bereich ist der digitale Bereich, der ein Hebel für die vierte industrielle Revolution ist und gleichzeitig ein eigenes internationales Kampffeld darstellt. Die zunehmende Digitalisierung unserer Gesellschaften, die sowohl private als auch öffentliche Interessen berührt, ist ein wichtiger Faktor für die Gestaltung der Zukunft Europas.
Beim M100 Sanssouci Colloquium beschäftigte sich die Strategische Arbeitsgruppe I mit der Frage, wie die EU eine langfristige Strategie für digitale strategische Autonomie (DSA) entwickeln kann, um ihre Position in der internationalen digitalen Domäne von morgen zu stärken, den Sicherheitsaspekt der „strategischen Autonomie“ zu ergänzen und ihre Beziehungen zu Verbündeten und Rivalen neu zu definieren.
Die Arbeitsgruppe wurde von Impulsen von Huberta von Voss, Geschäftsführerin ISD Deutschland, und Prof. Dr. Paul Timmers vom Oxford Internet Institute eingeleitet. Dr. Antonio Nestoras, Head of Policy & Research, European Liberal Forum, moderierte die Runde und fasste die Diskussionsergebnisse zusammen.

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Astrid Frohloff: „Plattformen wie M100 sind wichtiger denn je“

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Potsdam, 20. Oktober 2022. Astrid Frohloff, Journalistin, TV-Moderatorin und Mitglied des M100-Beirats, über Sinn und Zweck des M100 Sanssouci Colloquiums:
„Ich denke, dass es in diesen schwierigen Zeiten wichtiger denn je ist, Plattformen zu schaffen, um diese sehr dringenden Themen zu diskutieren und zu erörtern. Wir müssen neue Wege, Visionen und Strategien finden, wie wir mit diesen riesigen, immensen Problemen, mit denen wir jetzt konfrontiert sind, umgehen können. Ich denke, das M100-Forum ist eine wunderbare Plattform, auf der wir darüber diskutieren und debattieren können, wie wir Wege aus der Krise finden, einen Konsens über verschiedene Perspektiven finden, unsere Ansichten austauschen und sehen können, was andere Menschen in Europa über die Situation denken und wie wir einen Ausweg aus der Krise aushandeln können.“

Agnieszka Romaszewska-Guzy: „Die Zeit des friedlichen Europas ist vorbei“

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Potsdam, 16. Oktober 2022. Statement von Agnieszka Romaszewska-Guzy, Direktorin von Belsat TV, einem Fernsehsender in Polen für die Menschen in Belarus, beim M100 Sanssouci Colloquium 2022:
„Der Krieg in der Ukraine gibt uns viel zu denken. Die Zeit des friedlichen Europas ist vorbei. Wir müssen erkennen, dass Europa vor vielen Herausforderungen steht. Es ist nicht nur Russland, es gibt auch China, eine totalitäre und autoritäre sehr gefährliche Macht. Wir können nicht mehr so leben, wie wir es früher getan haben. Gerade in Zeiten wie heute ist die Arbeit von Journalisten sehr wichtig, sehr schwierig und sehr kostspielig. Wir bei Belsat TV wissen das sehr gut. Sieben unserer Journalisten befinden sich derzeit in Belarus im Gefängnis. Wir hoffen, dass sich diese Situation ändern wird. Die Arbeit von Journalisten, deren Hauptziel es ist, der Öffentlichkeit freie Informationen zu geben, sollte nicht so gefährlich sein.“

Wolfgang Ischinger: „Es geht auch um uns“

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Potsdam, 13. Oktober 2022. Botschafter Wolfgang Ischinger, ehemaliger Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz und Teilnehmer des M100 Sanssouci Colloquiums, über die Bedeutung des M100 Media Award an das ukrainische Volk:
„Es ist von entscheidender Bedeutung, dass es Journalisten und andere Medienschaffende gibt, die ihre eigene Verantwortung bei der Bekämpfung von Desinformation und Fehlinformation kennen und verstehen. Aber das Wichtigste heute ist, dass der M100-Media Award – meiner Meinung nach völlig zu Recht – an das ukrainische Volk verliehen wird, an die Kämpfer für ihre eigene Freiheit und Unabhängigkeit. Ich war beeindruckt von der Rede von Wladimir Klitschko, der den Preis entgegennahm, ich war auch beeindruckt von der Rede des deutschen Bundeskanzlers Olaf Scholz und all der anderen Redner, die ihr Verständnis, ihre Unterstützung und ihr Engagement für den Kampf zum Ausdruck brachten, den die Ukrainer führen, um sich selbst zu verteidigen, und indem sie sich verteidigen, um uns zu verteidigen. Das ist das Wichtigste, was die Menschen auf dieser Konferenz begreifen sollten. Es geht nicht nur um die Ukraine, es geht auch um uns.“