Democratic Crossroads: Die Zukunft der liberalen Demokratie

Online-Gespräch mit Francis Fukuyama und Dr. Tobias Endler, 16. Mai, 19.15 Uhr

12. Mai 2024. Die US-Demokratie steht unter einem noch nie dagewesenen Druck. Soziale Polarisierung, Politikverdrossenheit, wirtschaftliche Ungleichheit, der Umgang mit dem Klimawandel, Migration und ein wachsendes Misstrauen in Institutionen stärken antidemokratische Kräfte und Stimmen im Land. Die große Frage und Befürchtung ist, ob die USA, wie so viele politische Systeme in der Welt, von einem „democratic backsliding“ betroffen sind. Wie steht es also um die Demokratie in dem Land, das über ein Jahrhundert lang als politisches Vorbild in der Welt galt? Und welche Auswirkungen wird das Ergebnis der Präsidentschaftswahlen auf diesen langjährigen Trend haben?

Yoshihiro Francis Fukuyama ist ein amerikanischer Politikwissenschaftler und Direktor des Zentrums für Demokratie, Entwicklung und Rechtsstaatlichkeit am Freeman Spogli Institute for International Studies an der Stanford University, wo er auch den Masterstudiengang für internationale Politik leitet. Zu seinen Forschungsinteressen gehören Entwicklungsländer, Nationenbildung, Demokratisierung, Regierungsführung, internationale politische Ökonomie und Sicherheitsfragen. Fukuyama hat sich zu den wichtigsten Fragen der jüngsten Weltpolitik geäußert und sich als liberaler Denker etabliert.

Moderation: Dr. Tobias Endler

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Europa, Wahlen, Desinformation und der Zustand der Demokratie

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9. Mai 2024. Noch nie konnten innerhalb eines Jahres weltweit so viele Menschen wählen gehen wie 2024. Etwa die Hälfte der Weltbevölkerung kann in diesem Jahr ihre Stimme abgeben und damit die Art und Weise, wie die Welt regiert wird, für die nächsten Jahre entscheidend beeinflussen. Expertinnen und Experten fürchten, dass dieses Superwahljahr einhergeht mit einem Anstieg von Fake News und Desinformation, um Meinung und Wahlverhalten der Wahlberechtigten zu beeinflussen. Immer größere und schnellere Fortschritte im Bereich der Künstlichen Intelligenz, wachsende Bedrohungen durch Kriege und Krisen sowie ein Rückgang des Schutzes vor Hass und Hetze in den sozialen Medien verstärken diese Entwicklung.
Nach massiven, überwiegend aus Russland gesteuerten Desinformations- und Cyberattacken haben Frankreich, Polen und Deutschland ein gemeinsames Vorgehen gegen Trollkampagnen vereinbart. Vor allem im Vorfeld der Europawahlen und der Olympischen Spiele in Paris wird in zahlreichen europäischen Ländern mit einer massiven Steigerung russischer Desinformations-Aktivitäten zur Beeinflussung der Bevölkerung gerechnet.
Im Superwahl 2024 beschäftigt sich das M100 Sanssouci Colloquium verstärkt mit den Auswirkungen von Desinformation, der Wehrhaftigkeit Europas, der transatlantischen Partnerschaft, dem Zustand der Demokratie, Chancen und Gefahren durch Künstliche Intelligenz und die Rolle und Aufgaben von Journalisten in einer komplexer und komplizierter werdenden Welt.

„Pressefreiheit ist Deine Freiheit“

3. Mai 2024.Pressefreiheit ist Deine Freiheit – mit diesem klaren Motto der Pressefreiheitskampagne des MVFP gehen wir in diesem Superwahljahr in die Wochen der Pressefreiheit“, sagt Stephan Scherzer, Bundesgeschäftsführer des Medienverbands der Freien Presse MVFP und M100-Beirat. „Indem wir couragierten Journalisten wie Can Dündar und Düzen Tekkal ein Gesicht geben, junge Menschen mit dem Content Creator „Herr Anwalt“ direkt auf das Thema führen, zeigen wir, dass die Pressefreiheit nicht nur ein zentrales Grundrecht, sondern auch ein bedrohtes Recht ist. Wir müssen dieses Recht wertschätzen und täglich verteidigen, um es zu erhalten. Gerade jetzt, im Zeitalter der digitalen Information und der künstlichen Intelligenz, ist es entscheidend, die Fähigkeit zu fördern, Informationen kritisch zu hinterfragen und die Pressefreiheit als Freiheit aller zu begreifen.“

„Ohne Pressefreiheit weiß man nicht, ob die anderen Rechte überhaupt existieren.“ Can Dündar, Chefredakteur, Özgürüz, Dokumentarfilmer und Autor

„Die Freiheit der Rede ist nicht verhandelbar! Die drängendsten Zukunftsprobleme können wir nur gemeinsam lösen. Niemand hat ein Monopol auf Wahrheit. Wahrheit stellt sich nur im gemeinsamen Austausch her. Dazu leisten Journalistinnen und Journalisten weltweit jeden Tag einen unverzichtbaren Beitrag. Wer sie angreift oder sie bei ihrer Arbeit behindert, ist ein Feind der Wahrheit.“ Düzen Tekkal, Gründerin HÁWAR.help, Journalistin, Autorin, Menschenrechtsaktivistin

 

Giorgi Dvalishvili über die Proteste in Georgien

28. April 2024. Georgien galt einst als demokratischer Hoffnungsträger Osteuropas. Mit den Nachbarn Armenien, Aserbaidschan, Belarus, Moldau und Ukraine ist es seit 15 Jahren Mitglied der Östlichen Partnerschaft der EU, vor acht Jahren hat es mit der EU ein Assoziierungs- und Freihandelsabkommen abgeschlossen, am 3. März 2022 es einen Antrag auf Mitgliedschaft in der EU gestellt.
Doch spätestens, nachdem genau ein Jahr später die Regierung ein umstrittenes, an Russland angelehntes „Agentengesetz“ zur staatlichen Kontrolle von Nichtregierungsorganisationen durchsetzen wollte, das massive Proteste der Zivilbevölkerung ausgelöst hat, brodelt es in dem kaukasischen Staat.
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Wir trauern um Hella Pick

5. April 2024. Wir trauern um Hella Pick, die am gestrigen Donnerstag, drei Wochen vor ihrem 97. Geburtstag, in London verstorben ist. Hella Pick war eine außergewöhnliche Frau mit einem außergewönlichen Leben.
Hella war von Anbeginn des M100 Sanssouci Colloquiums als treue Begleiterin und wichtige Impulsgeberin dabei. Sie war damals eine sehr enge Mitarbeiterin und Vertraute von M100-Ko-Gründer Lord Weidenfeld und unter anderem für sein Debattenformat „Club of Three“ zuständig. Zuvor hatte sie 30 Jahre als Außenpolitikjournalistin für den „Guardian“ gearbeitet und galt als DIE Grand Dame des politischen Journalismus. Sie war eine Pionierin, die in den 1950er Jahren in die von Männern dominierte Welt des außenpolitischen Journalismus eingetreten war. Sie bereiste die ganze Welt, traf Präsidenten wie John F. Kennedy, interviewte Minister und Könige und war viele Jahre immer wieder zu Gast in Werner Höfers Presseclub, natürlich als einzige Frau.

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Democratic Crossroads – The New Progressive and the New Conservative

Online-Talk mit Dr. Maximilian Oehl, Dr. Katja Muñoz und Dr. Tobias Endler, 9. April 2024, 19:15 Uhr

Die politische Landschaft in den USA ist zweigeteilt: Während progressive Haltungen besonders in der Generation der Millenials sowie der Gen Z, an den Küsten und unter gesellschaftlichen Minderheiten verbreitet sind, scheinen im Landesinneren konservative Kräfte zu erstarken. Viele vergangene Ereignisse – die Wahl Donald Trumps 2016 zum US-Präsidenten, die geleugnete Wahlniederlage, der daraus folgende Sturm aufs Kapitol und Trumps erneute Kandidatur für die Präsidentschaftswahl 2024 – vermitteln den Eindruck, ein Teil der politischen Stimmung in den USA sei in den letzten Jahren nach rechts gerückt.
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Elevate Stipendium für Olga Konsevych

2. April 2024. M100-Alumna Olga Konsevych, ukrainische Journalistin und Medienmanagerin, erhält für ihr Engagement für Vielfalt und Inklusion in der Nachrichtenbranche das Elevate 2024 Stipendium der Google News Initiative und der INMA (mehr Infos hier). Olga hat nach dem völkerrechtswidrigen Angriff Russlands auf die Ukraine ihr Heimatland verlassen und arbeitet seitdem als Journalistin in Deutschland, unter anderem für den Tagesspiegel. Außerdem nimmt sie an verschiedenen EU- und US-Projekten mit Schwerpunkt auf investigativem Journalismus teil.
Darüber hinaus ist Olga Konsevych an der Umsetzung des Projekts „Why Ukraine“ beteiligt, das darauf abzielt, Desinformationen über die Ukraine und die Demokratie weltweit zu bekämpfen, indem es ausgewiesenen Experten eine Plattform bietet, um mit einem internationalen Publikum zu kommunizieren.

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Anna Romandash gewinnt Ausschreibung für Literaturforschungsprojekt

28. März 2024. Wir gratulieren der ukrainischen Journalistin und M100-Alumna Anna Romandash, die die Ausschreibung des Literaturforschungsprojekt „Stories of Resilience“ des englischen und ukrainischen PEN gewonnen hat. Beworben hatte sie sich mit ihrer Reportagesammlung „Women of Ukraine: Reportages from the War and Beyond“, die Ende 2023 im ibidem Verlag erschienen ist. Insgesamt wurden 41 Anträge für die Teilnahme am Projekt eingereicht. Die Bewerbungen wurden von einer Jury bewertet, zu der die Schriftsteller Oksana Lutsyshina und Alexander Mikhed sowie Mitglieder des englischen und ukrainischen Pen-Admin-Teams gehörten.

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Ziele und Auswirkungen anti-westlicher Propaganda in Georgien

25. März 2024. Tamar Kintsurashvili, Executive Director der Media Development Foundation in Tiflis und Teilnehmerin des M100 Sanssouci Colloquium 2023 (Foto), hat einen neuen Bericht über antiwestliche Propaganda in Georgien veröffentlicht.
Der Report, der den Zeitraum von Januar bis Dezember 2022 abdeckt und auf der Analyse von bis zu 10.000 Kommentaren basiert, zeigt, dass der größte Anteil der Propagandabotschaften gegen den kollektiven Westen und die USA gerichtet war, gefolgt von der EU und der NATO. Weitere Ziele waren die Ukraine, demokratische Institutionen wie NGOs, der Ombudsmann und die Medien sowie liberale Ideen im Allgemeinen. „Russland war das einzige Thema, das in dem gegebenen Diskurs positiv dargestellt wurde“, so der Report.
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Dimitrios Theologidis gewinnt „Jour-You“ Award

22. März 2024. Herzlichen Glückwunsch an Dimitrios Theologidis, Teilnehmer des M100YEJ 2023 aus Griechenland, der gemeinsam mit seiner Kollegin Marina Hadjikyriacou aus Zypern den “Jour-You”-Award des internationalen Bürgerjournalismus-Wettbewerbs für junge Menschen von EKO Griechenland gewonnen hat. Mit ihrem Artikel Geteiltes Zypern in einem vereinten Europa (griechische Originalversion) machten sie im Rahmen des Friedensjournalismus auf den Zypernkonflikt aufmerksam und setzten sich gegen acht griechische Mitbewerber durch.
In ihrem Text zeigen Dimitrios und Marina den Kontrast zwischen der EU und ihren geteilten Mitgliedstaaten, deren Probleme ignoriert werden.
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