M100 Beirat Stephan-Andreas Casdorff über Navalny als den diesjährigen M100 Preisträger

M100 Beirat Stephan-Andreas Casdorff, Herausgeber von Der Tagesspiegel über den diesjährigen M100 Preisträger:

„Alexej Nawalny, der diesjährige Preisträger – wer sonst? Schließlich steht alles auf dem Spiel: die Verteidigung der Meinungsfreiheit, der demokratischen Werte im Allgemeinen, zu denen eine unabhängige Opposition, faire Gerichtsverfahren und das Recht auf Ausübung der grundlegenden Menschenrechte gehören. Ja, und Alexej Nawalny, weil er zu einem Symbol geworden ist: für fast 400 politische Gefangene in Russland, für ermordete Politiker und Journalisten und für den Kampf gegen die zunehmende Autokratie in Europa.“

M100 Teilnehmer Markus Beckedahl über das diesjährige M100 Thema

M100 Teilnehmer Markus Beckedahl, Gründer und Chefredakteur von netzpolitik.org über das diesjährige Thema

„Die Corona-Pandemie hat den Wissenschaftsjournalismus vollkommen zurecht aus den hinteren Ecken der Redaktionen ins Sonnenlicht geholt. Da muss er aber auch bleiben: Aktuelle und zukünftige Herausforderungen brauchen gerade in Postfaktischen Zeiten eine Stärkung in der Zusammenarbeit von Wissenschaft und Journalismus.“

M100 Beirat Christoph Lanz zur Vergabe des M100 Media Award an Alexei Nawalny

M100 Beirat Christoph Lanz, Head of Board bei Thomson Media, über den diesjährigen M100 Media Award Preisträger:

„Alexej Nawalny tut alles, was er kann und riskiert sein Leben für eine demokratische Zukunft Russlands. Dafür verdient er unseren allergrößten Respekt und alle Unterstützung, die wir ihm geben können. Die Verleihung des diesjährigen M100 Media Award an ihn ist Ausdruck der Solidarität mit diesem Mann, der sein Leben dem Kampf gegen Korruption und für die Demokratie in Russland gewidmet hat.“

Heute in einer Woche beginnt das M100 Sanssouci Colloquium!

Heute in einer Woche, am Mittwoch, dem 6. Oktober diskutieren unter dem Titel „Von der Dauerkrise zu demokratischer Resilienz“ rund 100 VertreterInnen aus Medien, Politik und Wissenschaft in drei parallelen digitalen Strategischen Roundtables, wie wir mit einer Ära der scheinbar „immerwährenden Krisen“ umgehen können und welche Verantwortung und aktuellen Herausforderungen die Medien in dieser Situation haben.

Eröffnet wird die Konferenz von dem amerikanischen Soziologen, Architektur- und Designtheoretiker Benjamin H. Bratton, Professor für Bildende Kunst an der University of California, San Diego.

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Annalisa Piras: Journalismus hat beispiellose, historische Verantwortung

„In der Geschichte der Menschheit haben Pandemien immer Zeiten tiefgreifender Erneuerung eingeläutet. Um sicherzustellen, dass unsere Reaktion auf die Pandemie Fortschritt und Entwicklung fördert, müssen wir dringend die wichtigste der vielen sich überschneidenden Krisen angehen, mit denen wir konfrontiert sind: die epistemologische Krise, die Aushöhlung der Autorität des Wissens und die Verbreitung des Wahrheitsverfalls. Das ist die Krise, die alle anderen Krisen einhüllt und ihre Lösungen behindert.

Diejenigen, die in den Medien und in allen anderen Einrichtungen arbeiten, die gesellschaftlichen Sinn und Zweck produzieren, haben heute eine beispiellose, historische Verantwortung.“

Annalisa Piras ist Journalistin und Filmemacherin sowie Ko-Gründerin und CEO von „The Wake-Up Foundation“, Großbritannien/Italien

M100-Beirat Christian Rainer zur Vergabe des M100 Media Award an Alexei Nawalny

„Zum ersten Mal seit dem Kollaps der Sowjetunion scheint die Welt an einem Schweideweg zwischen den Mächten der Demokratie und der Autokratie zu stehen: Russland, China und viele andere auf der einen Seite, Europa und die USA auf der anderen.

Alexej Nawalny stemmt sich mit selbstloser und selbstzerstörerischer Kraft gegen die Despoten und die Zyniker. Er kämpft für Werte, die wir in Hunderten Jahren dem System von Tausenden Jahren abgerungen haben. Möge er seinen Erfolg unbeschadet erleben!“

M100-Beirat Kai Diekmann zur Vergabe des M100 Media Award an Alexei Nawalny

„Mit der Verleihung des M100 Media Award an Alexej Nawalny appellieren wir an die EU und die demokratische Welt, Alexej Nawalny – und alle anderen inhaftierten demokratischen Oppositionelle weltweit – nicht zu vergessen und nicht im Stich zu lassen. Russland ist Mitglied des Europarats und Mitunterzeichner der Europäischen Menschenrechtskonvention. Nicht auf die Einhaltung dieser Verpflichtung und damit auf die Freilassung Nawalnys zu pochen, wäre ein fatales Zeichen und würde die Demokratie weiter schwächen.“

 

M100 Special Talk “The Totalitarian Temptation” mit Can Dündar, Claudia Major und Saad Mohseni

Saad Mohseni, afghanisch-australischer Medienunternehmer und Mitbegründer und Vorsitzender der MOBY Group, Dr. Claudia Major, Leiterin der Abteilung Internationale Sicherheit bei der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), und Dr. Can Dündar, türkischer Top-Journalist und Chefredakteur von Özgurüz, diskutieren im Rahmen des M100 Sanssouci Colloquiums über den Zustand der Demokratie und Gründe für den aufstrebenden Totalitarismus in der Welt

Moderiert wird die Diskussion von dem renommierten internationalen Fernsehmoderator Ali Aslan.

Der Special Talk findet am Mittwoch, dem 6. Oktober um 17.30 Uhr (MEZ) im Schlosstheater des Neuen Palais in Potsdam statt. Die Veranstaltung wird live gestreamt auf www.m100potsdam.org .

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Staffan I. Lindberg: Die Welt in einer dritten Welle der Autokratisierung

Die Welt befindet sich in einer dritten Welle der Autokratisierung. Wie wir im Demokratiebericht 2021 zeigen, ist das Maß an Demokratie, das der durchschnittliche Weltbürger im Jahr 2020 genießt, auf ein Niveau gesunken, das zuletzt vor 1990 und dem Ende des Kalten Krieges erreicht wurde. Wir zeigen auch, dass der Anteil der Weltbevölkerung, der in Ländern lebt in denen Autokratie herrscht, in den letzten 10 Jahren von 6 % auf 34 % gestiegen ist. Die Wahlautokratie ist heute die häufigste Regimeform in der Welt und das letzte Land, das zu einer Wahlautokratie degenerierte, war Indien im Jahr 2020. Auch die Zahl der geschlossenen Diktaturen nimmt zu. In diesen beiden Arten von Autokratien leben zusammen 68 % der Weltbevölkerung, 2010 waren es nur 48 %.

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M100 Beirat Sabine Schicketanz zur Vergabe des M100 Media Award an Alexei Nawalny

„Alexej Nawalny prangert mit größtem persönlichem Mut unter Einsatz seines Lebens Korruption der Eliten an, Willkür von Gerichten und Behörden. Er lässt sich nicht einschüchtern und verteidigt massiv bedrohte und eingeschränkte demokratische Werte in seiner Heimat – Meinungsfreiheit, Schutz der Bürger- und Menschenrechte, Akzeptanz einer politischen Opposition, Rechtsstaatlichkeit. Die Auszeichnung für den trotz aller Proteste westlicher PolitikerInnen und Regierungen und Appelle zu seiner Freilassung weiterhin inhaftierten Nawalny und das nunmehr verbotene Netzwerk seiner Mitstreiter, der FBK-Stiftung, soll auch Zeichen der Unterstützung sein für Opposition und Zivilgesellschaft in Russland.“