Aktuelles

M100 Beirat Sabine Schicketanz zur Vergabe des M100 Media Award an Alexei Nawalny

„Alexej Nawalny prangert mit größtem persönlichem Mut unter Einsatz seines Lebens Korruption der Eliten an, Willkür von Gerichten und Behörden. Er lässt sich nicht einschüchtern und verteidigt massiv bedrohte und eingeschränkte demokratische Werte in seiner Heimat – Meinungsfreiheit, Schutz der Bürger- und Menschenrechte, Akzeptanz einer politischen Opposition, Rechtsstaatlichkeit. Die Auszeichnung für den trotz aller Proteste westlicher PolitikerInnen und Regierungen und Appelle zu seiner Freilassung weiterhin inhaftierten Nawalny und das nunmehr verbotene Netzwerk seiner Mitstreiter, der FBK-Stiftung, soll auch Zeichen der Unterstützung sein für Opposition und Zivilgesellschaft in Russland.“

Lorenz Hemicker: Covid-19 ist Segen und Fluch zugleich

„Covid-19 ist Segen und Fluch zugleich. Die Nachfrage nach gutem Journalismus in den Lockdown-Phasen war enorm. Und wir alle haben – oft vom Küchentisch oder der Wohnzimmercouch – über Monate Außerordentliches geleistet.

Das Wichtigste aber ist durch die Pandemie gefährlich gekommen: Rauszugehen zu den Menschen. Das muss sich schleunigst wieder ändern.“

Lorenz Hemicker ist Politischer Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und Teilnehmer des diesjährigen M100 Sanssouci Colloquiums.

 

Monika Garbačiauskaitė-Budrienė: Regierungen müssen Demokratie und Medien schützen

„Die globale Gesundheitskrise hat deutlich gemacht, wie weit verbreitet Fake News sind und wie zerstörerisch sie sich auf unsere Gesellschaften auswirken können, indem sie den Zusammenhalt untergraben und soziale Unruhen schüren.

Die sozialen Spannungen, die im Zusammenhang mit der Krise entstanden sind, haben die Demokratieindikatoren und die Medienfreiheit weltweit geschwächt. Eine Welle von Demonstrationen gegen die Reaktion auf Covid-19 und die Medien hat Europa überrollt.
Gleichzeitig hat das Aufkommen von Fake-News und Desinformation die Rolle der öffentlich-rechtlichen Medien (PSM) als Hauptquelle für zuverlässige und vertrauenswürdige Informationen in der sich rasch verändernden Krisensituation hervorgehoben. Auch bei der Aufdeckung von Desinformationen und der Stärkung der öffentlichen Solidarität angesichts der Pandemie haben die öffentlich-rechtlichen Medien an Bedeutung gewonnen.

Um die Demokratie zu schützen und die Widerstandsfähigkeit der Gesellschaft gegenüber Krisen zu stärken, müssen sich die Regierungen nach Kräften bemühen, ihre Entscheidungen besser zu kommunizieren, unabhängige Medien zu schützen und die Sicherheit der Journalisten als Eckpfeiler der Demokratie zu gewährleisten. Es liegt in ihrer Verantwortung, die Bedingungen für die Unabhängigkeit, die Wettbewerbsfähigkeit und den Beitrag der öffentlich-rechtlichen Medien zur Gesellschaft zu gewährleisten, z. B. durch eine nachhaltige und ausreichende Finanzierung.“

Monika Garbačiauskaitė-Budrienė ist Geschäftsführende Direktorin des Litauischen Nationalen Radio und Fernsehen (LRT) und Teilnehmerin des M100 Sanssouci Colloquiums.