M100 Media Award 2021: Livestream der Preisverleihung am 6. Oktober

Aktuelles

Rückblick auf den M100 Young European Journalists Workshop 2021

„Reporting in Crises and the Crisis in Reporting“ lautete der Titel des diesjährigen M100 Young European Journalists Workshop (M100YEJ), der zwischen dem 10. September und dem 2. Oktober online in drei Modulen stattfand.

Ziel des Workshops war es, Handwerk und Herausforderungen journalistischer Arbeit in Zeiten der Krise zu beleuchten. Im Wechsel aus praktischen Inputs und theoretischer Reflektion diskutierten die TeilnehmerInnen die Ursachen aktueller Krisenphänomene sowie mögliche Ansätze und Strategien für einen resilienten, wirtschaftlich wie inhaltlich erfolgreichen Journalismus im Dienste der Demokratie.

Wir danken den Workshopleitern Edith Michaeler und Leonard Novy sowie unseren Keynote-Speakern Wolfgang Blau, Mathias Müller von Blumencron, Roland Schatz, Alex Sängerlaub, Sham Jaff und Brigitte Alfter. Und Campus Caprea/Robert Zimmermann für den wunderbaren Film!

Das in Kooperation zwischen dem M100 Sanssouci Colloquium und dem IfM durchgeführte Seminar wurde von der Friedrich-Naumann-Stiftung und dem National Endowment for Democracy gefördert.

Eine detaillierte Zusammenfassung finden Sie hier.

Das war das M100 Sanssouci Colloquium 2021

Potsdam, 16. Oktober 2021. Mit interessanten Reden von Benjamin H. Bratton und Andreas Reckwitz, lebhaften Diskussionen mit vielfältigen Ansichten und Perspektiven innerhalb der digitalen Strategic Roundtable Discussions und einem spannenden Special Talk mit Can Dündar, Claudia Major und Saad Mohseni über die totalitäre Versuchung haben wir beim M100 Sanssouci Colloquium am 6. Oktober einen großen Diskursbogen geschlagen und verschiedene Aspekte und Lösungsansätze des Themas beleuchtet. Mit der Verleihung des M100 Media Awards an Alexei Nawalny, entgegengenommen von seinem engen Vertrauten Leonid Volkov und laudatiert von Christian Lindner, ging der Tag politisch aktuell und emotional zu Ende.

Folgend finden Sie eine Übersicht über die einzelnen Teile des Colloquiums, inklusive des M100 Young European Journalists Workshop, mit Links zu den ausführlichen Zusammenfassungen und kompletten Reden.
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„Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit, wir müssen für sie kämpfen“

Zusammenfassung des Special Talk „The Totalitarian Temptation“

Am 6. Oktober 2021 diskutierten Saad Mohseni (afghanisch-australischer Medienunternehmer und Mitbegründer und Vorsitzender der MOBY Group), Dr. Claudia Major (Leiterin der Abteilung Internationale Sicherheit bei der Stiftung Wissenschaft und Politik SWP), und Dr. Can Dündar (türkischer Top-Journalist und Chefredakteur von Özgurüz) im Rahmen des M100 Sanssouci Colloquiums über Zustand und Zukunft der Demokratie. Moderiert von dem internationalen TV-Moderator Ali Aslan, analysierte das Panel insbesondere den Aufstieg totalitärer Regime und die Fehler, die westliche Regierungen im Umgang mit Afghanistan, der Türkei, dem Nahen Osten und auch Afrika und China in ihren Versuchen des Demokratie-Exports gemacht haben.

Saad Mohseni hat 2002 mit der Moby Group das erste private, unabhängige Medienunternehmen im Post-Taliban-Afghanistan aufgebaut, in dem auch Frauen als Journalistinnen und Moderatorinnen arbeiten. Damit hat er fast 20 Jahre lang die Entwicklung des Landes zu einer Demokratie mitgestaltet und nun die Erosion des Fortschritts durch die Taliban aus nächster Nähe erlebt. Ende Juli war er das letzte Mal in Afghanistan.

Mohseni, dessen Sender mit seinen 400 MitarbeiterInnen noch immer in Afghanistan aktiv ist, betonte, dass die letzten Jahre angesichts der jetzigen Situation nicht umsonst gewesen seien. Im Unterschied zu Mitte der 1990er Jahre, als die Taliban schon einmal Afghanistan regierten, würden jetzt Frauen auf den Straßen für ihre Rechte demonstrieren, zivilgesellschaftliche Akteure würden Kampagnen für die Bildung von Mädchen anstoßen und die Taliban müssten im Fernsehen mit Frauen und der Zivilgesellschaft diskutieren. Das sei vor 20, 30 Jahren undenkbar gewesen und habe natürlich etwas mit dem Bildungssystem zu tun, das auch Mädchen Zugang zu Schulen und Universitäten ermöglicht hat.
Doch eine Erosion der Demokratie sieht man nicht nur in Afghanistan, sondern auch in gebildeten westlichen Gesellschaften weltweit, und auch in Europa, wo sich nicht zuletzt in Polen und Ungarn illiberale Demokratien durchgesetzt haben.

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