Aktuelles

Olga Rudenko eröffnet M100 Sanssouci Colloquium

12. August 2022. Olga Rudenko, Chefredakteurin von The Kyiv Independent, hält die Eröffnungsrede des diesjährigen M100 Sanssouci Colloquiums am 15. September.

Olga war zuvor stellvertretende Chefredakteurin der Kyiv Post. Sie hat für internationale Publikationen geschrieben und war 2021 Stipendiatin an der Chicago Booth School of Business. Im Mai 2022 war Olga auf dem Titelbild der Doppelausgabe des Time Magazine.

The Kyiv Independent ist eine ukrainische, englischsprachige und mehrfach preisgekrönte Nachrichtenplatform, die im November 2021 von der ehemaligen Redaktion der Kyiv Post gegründet wurde. Sie wurden zuvor von der Kyiv Post entlassen, weil sie ihre redaktionelle Unabhängigkeit verteidigen wollten.
Die Kyiv Post, die bis dahin die weltweite Stimme der Ukraine war, wurde am 8. November 2021 eingestellt, wenige Tage nachdem sie ihr 26-jähriges Bestehen gefeiert hatte.

Noch 5 Wochen bis zum M100 Sanssouci Colloquium!

11. August 2022. Heute in 5 Wochen beginnt das M100 Sanssouci Colloquium! Was die Konferenz so besonders, so einzigartig macht, erfahren Sie im Video.

Die 18. Ausgabe der internationalen Medienkonferenz findet am Donnerstag, dem 15. September 2022 ab 9.30 Uhr in der Orangerie von Sanssouci in Potsdam statt. Unter dem Titel „Krieg und Frieden. Eine neue Weltordnung stehen der militärische Angriff Russlands auf die Ukraine, die daraus folgenden Konsequenzen für die europäische Innen- und Außenpolitik sowie die Rolle der Medien im Mittelpunkt der Diskussionen.

Mehr als 60 internationale Chefredakteure, Historiker, Wissenschaftler und Vertreter von unabhängigen Organisationen sowie 21 junge Journalistinnen und Journalisten aus 17 europäischen Ländern, die zuvor am M100 Young European Journalists Workshop teilgenommen haben, diskutieren zu den Themen „Europäische digitale strategische Autonomie“, „Die Rolle Europas in einer neuen Weltordnung“ und „Information als Waffe“ (9.30 – 16.30 Uhr). Die Agenda finden Sie hier.

In dem Special Talk “Left Alone?” (17.00 Uhr) spricht Wolfgang Ischinger, ehemaliger Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz, mit Vjosa Osmani-Sadriu, seit April 2021 Präsidentin der Republik Kosovo, über die angespannte politische Situation auf dem Balkan, was das für die EU und die Ukraine bedeutet, welchen Beitrag der Westbalkan angesichts einer neuen Weltordnung zu einer stabilen Europäischen Gemeinschaft leisten kann und wie Europa sein Verhältnis zu Russland in Zukunft gestalten sollte.

Ab 19.00 Uhr findet die Verleihung des M100 Media Awards statt. Seit 2005 wird der undotierte Preis im Rahmen der Konferenz an Persönlichkeiten vergeben, die sich für Demokratie, Meinungs- und Pressefreiheit einsetzen. Bisher ausgezeichnet wurden u.a. Bob Geldof, Ingrid Betancourt, Hans-Dietrich Genscher, Kurt Westergaard, Vitali Klitschko, Charlie Hebdo, Roberto Saviano, Natalia Sindeeva, Nicola Sturgeon und Alexei Nawalny.

Die diesjährige Entscheidung wird zeitnah bekannt gegeben.

weiterlesen Noch 5 Wochen bis zum M100 Sanssouci Colloquium!

Gérard Biard, Chefredakteur Charlie Hebdo: Tote sind kein Tabu für Wladimir Putin

9. August 2022. Mit Gérard Biard, Chefredakteur des französischen Satiremagazins Charlie Hebdo, hat der georgische Journalist Vazha Tavberidze für RFE/RL über die Schwierigkeiten gesprochen, in Kriegszeiten Satire zu machen, insbesondere in der verwüsteten Medienlandschaft Russlands.

Biard kennt die enormen Risiken genau, die mit der Veröffentlichung von Material verbunden sind, das von einigen als problematisch angesehen wird. Am 7. Januar 2015 wurden bei einem Terroranschlag auf das Redaktionsbüro von Charlie Hebdo in Paris 12 Menschen, darunter acht Mitarbeiter von Charlie Hebdo einschließlich des Herausgebers Stéphane Charbonnier, von zwei islamistisch motivierten Tätern ermordet. Im September nahm Gérard Biard stellvertretend für die Redaktion in Anwesenheit des damaligen Außenministers Frank-Walter Steinmeier den M100 Media Award entgegen.

Auf den russischen Überfall auf die Ukraine angesprochen, sagt er, das Hauptproblem mit Putin sei, dass es ihm gelungen sei, jegliche Kritik in der russischen Gesellschaft zu unterbinden.
Mit der Verbreitung sozialer Medien sind die Risiken laut Biard gestiegen, so dass jeder – nicht nur Journalisten und Aktivisten – zur potenziellen Zielscheibe wird. „Natürlich stehen wir an der Seite des ukrainischen Volkes“, sagt Biard. „Die größte Befürchtung in Bezug auf den Krieg ist, dass er in einen Dritten Weltkrieg ausarten wird. Aber ich denke, dass ein Dritter Weltkrieg bereits begonnen hat; es ist ein Krieg zwischen Ländern mit demokratischen Werten und demokratischen Systemen und Institutionen auf der einen Seite und denen, die diese nicht haben, auf der anderen Seite.“

Vazha Tavberidze ist ehemaliger Chefredakteur von Georgia Today und regelmäßiger Teilnehmer des M100 Sanssouci Colloquiums. Das gesamte Interview lesen Sie (auf Englisch) hier.