Wie The Fix Media ukrainische Journalisten und Medien unterstützt

Online-Diskussion mit Zakhar Protsiuk, Ko-Gründer und Leitender Redakteur The Fix Media, Ukraine

Seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine am 24. Februar hat das Team von The Fix, das tief in der Ukraine verwurzelt ist, alle möglichen Ressourcen mobilisiert, um ihre Kolleginnen und Kollegen in der ukrainischen Medienbranche zu unterstützen.

The Fix war eine der ersten Organisationen, die Spenden zur Unterstützung ukrainischer Medien wie Hromadske.tv, Kyiv Independent oder Ukrayinska Pravda gesammelt hat, um freie, unabhängige Medien und Berichterstattung in und über die Ukraine zu sichern.

Bis heute hat The Fix über drei Millionen Euro zur Unterstützung des ukrainischen Mediensektors gesammelt, sowohl über GoFundMe als auch direkt.

In unserem digitalen, englischsprachigen Event spricht Zakhar Protsiuk, der noch immer in Kiew lebt und arbeitet, über die Gründung und den Hintergrund von The Fix Media, wie sie Spenden sammeln, an wen und nach welchen Kriterien sie sie verteilen und wie sich sein Leben und das seiner Kolleginnen und Kollegen seit dem 24. Februar verändert hat.

Die Diskussion wird moderiert von Christoph Lanz, Mitglied des M100-Beirats.

Die Veranstaltung findet statt am Mittwoch, 8. Juni 2022, 18.00 Uhr (MEZ), auf Zoom.

Bitte melden Sie sich bis zum 3. Juni an unter events@m100potsdam.org.

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Dávid Tvrdoň: Mentale Gesundheit ist ein Riesenthema

28. Mai 2022. „Mentale Gesundheit wird wahrscheinlich eine der größten Themen unseres Lebens“, schreibt der slowenische Journalist Dávid Tvrdoň in einem Artikel für „The Fix Media“: „Ich habe nicht erwartet, dass mentale Gesundheit ein so großes Thema werden würde. Und der Krieg in der Ukraine macht es noch schlimmer“.

David, der 2014 am M100 Young European Journalists Workshop (M100YEJ) in Potsdam teilgenommen hat, hat beim Internationalen Journalismusfestival in Perugia mehrere Gespräche mit Journalistenkollegen aus ganz Europa geführt „und überraschenderweise kam das Thema psychische Gesundheit immer wieder zur Sprache“, erzählt er. „Einige Redaktionen boten proaktiv Vorsorgeuntersuchungen für die psychische Gesundheit ihrer Mitarbeiter an, aber das ist bei weitem nicht überall der Fall.”

Das Thema war schon vor dem Krieg in der Ukraine groß, auch bei unserem digitalen M100YEJ im vergangenen Jahr (s. hier). Deshalb werden wir diesen Aspekt auch beim kommenden M100YEJ im September behandeln.

Umfangreiche Unterstützung für Ukrainer

21. Mai 2022. Das National Endowment for Democracy hat eine umfangreiche Liste über Organisationen und Institutionen in der ganzen Welt zusammengestellt, die Ukrainern Hilfe und Unterstützung anbieten – Wissenschaftlern, Journalisten, Aktivisten, Forschern, Künstlern und anderen.

Es ist jederzeit möglich, Hilfsorganisationen und -angebote zu ergänzen. Die gesamte Übersicht finden Sie hier.

M100 @ St. Gallen Symposium: Power durch Zusammenarbeit

16. Mai 2022. Am 6. Mai 2022 nahm das M100 Sanssouci Colloquium am zweitägigen St. Gallen Symposium an der Universität St. Gallen in der Schweiz teil. Unter dem Titel „Media’s new Power: More Impact through collaborative Journalism“ („Die neue Macht der Medien: Mehr Wirkung durch kollaborativen Journalismus“) diskutierten drei Podiumsteilnehmer, die an der Spitze dieser innovativen Form des Journalismus stehen, folgende Fragen: Welche technischen, aber auch inhaltlichen Reformen sind notwendig, um unabhängigen, qualitativ hochwertigen Journalismus langfristig zu stärken? Wie kann die Finanzierung von unabhängigen Medien und Journalistennetzwerken sichergestellt werden? Wie funktionieren grenzüberschreitende, sprach- und kulturübergreifende Kooperationen? Welche Vorteile ergeben sich daraus? Wie sieht die Zukunft des kollaborativen Journalismus aus und welche Probleme können auftreten? Welche Erwartungen haben die Akteure an die Politik, um Medienvielfalt, Unabhängigkeit und Demokratie in Zukunft zu gewährleisten?

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Unser Alumni-Network: Lucian Bălănuță, Rumänien

8. Mai 2022. „Ich arbeite als Radiojournalist bei Rumäniens öffentlichem ‚Radio România Iași‘.

Am 24. Februar war ich Stunde für Stunde mit dem Ohr am Radio und habe keine einzige Nachrichtensendung verpasst. Der unprovozierte Einmarsch Russlands in die Ukraine hat auch ein akutes Informationsbedürfnis ausgelöst. Es wird immer offensichtlicher, dass seriöse Medien nicht nur Nachrichten liefern, sondern auch Fake News und Desinformationen entlarven. Dies ist eine neue Funktion der Medien –  neben Information, Bildung und Unterhaltung –, die ihren Platz in den Lehrbüchern gefestigt hat. Der Krieg hat gezeigt, wie wichtig die internationale Zusammenarbeit ist. Die M100-Alumni-Gruppe hat mir viele solcher Gelegenheiten vermittelt, und dank dieses Netzwerks ist es mir gelungen, bei der Berichterstattung über den Konflikt für die Öffentlichkeit Interpretationsfallen zu vermeiden.“

Lucian Bălănuță ist Radiojournalist sowie Assistenzprofessor an der Fakultät für Literatur, Journalismus und Kommunikationswissenschaften der Universität Universität Alexandru Ioan Cuza Iași, Rumänien. Er hat einen Doktortitel in Politikwissenschaft.

Lucian hat 2013 am M100 Young European Journalists Workshop teilgenommen. Mehr über Lucian erfahren Sie hier.

Rangliste der Pressefreiheit 2022 von Reporter ohne Grenzen: Eine neue Ära der Polarisierung

3. Mai 2022. Am heutigen Tag der Pressefreiheit hat M100-Partner Reporter ohne Grenzen die Rangliste der Pressefreiheit 2022 veröffentlicht. In keiner Region hat sich die Pressefreiheit so verschlechtert wie in Europa, besonders in Osteuropa.

Neue Krisen und Kriege sowie wiederaufgeflammte Konflikte gefährden die weltweite Pressefreiheit. Die Rangliste der Pressefreiheit 2022 zeigt, dass von ihnen nicht nur Gefahr für Leib und Leben von Medienschaffenden ausgeht – sie wurden auch von vielfältigen Repressionen begleitet, mit denen Regierungen die Informationshoheit zu gewinnen versuchen. Die gesamte Pressemitteilung lesen Sie hier.

Sara Cincurova auf Longlist des britischen One World Media Award

29. April 2022. Wir freuen uns sehr, dass Sara Cincurova, slowakische Journalistin und M100 Alumna, es auf die Longlist des britischen One World Media Award 2022 in der Kategorie New Voice Award geschafft hat!
Ausgezeichnet werden junge Filmemacher oder Journalisten bis 32 Jahre, „die im Laufe des Jahres einen wesentlichen Beitrag zum internationalen Journalismus geleistet haben, unabhängig vom Medium“.

Sara hat in den vergangenen Monaten unermüdlich aus den verschiedensten Krisengebieten berichtet, zuletzt über den Krieg in der Ukraine. Eine ihrer Geschichten für das New York Magazine, „My journey out of Ukraine“ können Sie hier lesen. Wir gratulieren herzlich und drücken die Daumen für die Shortlist!

Sara Cincurova ist Menschenrechtsjournalistin aus der Slowakei, die sich auf Migration, Menschenrechte, humanitäre Fragen und Frauenrechte konzentriert. Ihre Arbeit wurde unter anderem in The Guardian, BBC, Al Jazeera, HuffPost und The New Humanitarian veröffentlicht. Mehr über Sara erfahren Sie hier.

Podcast mit AFP-Faktencheck-Chefin Eva Wackenreuther

27. April 2022. Der Ukraine-Krieg ist für FaktencheckerInnen sinnbildlich ein Aufklärungskrieg gegen jeden, der Propaganda und Lügen verbreitet. Was läuft aktuell an der Faktencheck-Front? Dazu hat Victoria Graul, Gründerin des Podcasts „Digga Fake“ und M100 Alumna, für ihren Podcast mit Eva Wackenreuther gesprochen, die in Wien die deutschsprachige Faktencheck-Redaktion von AFP leitet.

Eva wird auch beim M100 Young European Journalists Workshop, der vom 10.-15. September zum Thema „Fake News und Desinformation“ stattfindet, einen Kurs zu dem Thema leiten. Als Mitbegründerin des ersten Fakterncheck-Blogs in Österreich „Fakt ist Fakt“ zählt Eva außerdem zu den VorreiterInnen in der dortigen Faktencheck-Community. Hier geht es zum Podcast „6 Lektionen, die wir von der Fake-News-Schlacht um die Ukraine lernen„.

Kai Diekmann: „Ich bewundere sie und habe gleichzeitig große Sorge um sie“

25. April 2022. Am 10. April hat M100-Beiratsmitglied Kai Diekmann den österreichischen Bundeskanzler Karl Nehammer nach Kyiv und Moskau begleitet. In Kyiv traf er auch Vitali Klitschko, der 2014 mit dem M100 Media Award ausgezeichnet worden ist.

„Ich kenne Vitali Klitschko und seinen Bruder Wladimir seit Jahren, wir sind sehr gut befreundet“, sagt Kai Diekmann. „Die beiden in dieser Situation, unter diesen Umständen wiederzusehen, war ein sehr emotionales und gleichzeitig bedrückendes Erlebnis. Eigentlich waren wir am 24. Februar miteinander verabredet, die Flüge nach Kyiv waren gebucht, es sollte ein privates Treffen werden. Am Abend zuvor rief mich Wladimir an und sagte: „Bleibt lieber zu Hause, kommt nicht nach Kiew, es ist zu gefährlich.“

Ihr größter Wunsch ist, dass die EU und Deutschland die Ukraine noch mehr unterstützen, damit sie den Kampf gegen Putin gewinnen können. Aufgeben ist für sie keine Option. Ich bewundere sie und habe gleichzeitig große Sorge um sie.“
Ein Interview mit Kai Diekmann über seine Reise nach Kyiv lesen Sie hier.

Alexandra Borchardt: Die Bedeutung öffentlich-rechtlicher Medien für die Demokratie

22. April 2022. „Sollten staatlich finanzierte Medien verboten werden?“ war das Thema einer Debatte, die am 20. April auf der ELF Idea Accelerator Konferenz „Media Freedom in the Age of Tech Disruption“ in Brüssel stattfand. Auf dem Podium, das sie sich mit Yana Toom (Mitglied des Europäischen Parlaments, Renew Europe) teilte, argumentierte M100-Beiratsmitglied Prof. Dr. Alexandra Borchardt (links) für starke öffentlich-rechtliche Medien. Sie betonte die Notwendigkeit, Medien unabhängig von kommerziellen Einnahmen durch öffentliche Gelder wie Steuern oder Abgaben zu finanzieren, um allen Menschen den Zugang zu verlässlichen Informationen zu gewährleisten. Es sei nachgewiesen, dass unabhängige öffentlich-rechtliche Medien, die sich um Unparteilichkeit bemühen, die Demokratie stärken. Sie seien die beste Medizin gegen Polarisierung und erzielten sehr hohe Vertrauenswerte, wenn die Menschen den Journalismus als unabhängig wahrnähmen.

In ihrem Impuls stellte Borchardt klar, dass es einen großen Unterschied zwischen staatlichen und öffentlich-rechtlichen Medien gibt. Staatliche Medien würden eher mit nicht-demokratischen Regierungssystemen in Verbindung gebracht, die Leitungsposten in Redaktionen und Inhalte kontrollierten. „Öffentlich-rechtliche Medien müssen von der Öffentlichkeit kontrolliert werden“, sagte sie.

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