M100 @ ELF Idea Accelerator Conference in Brüssel

18. März 2022. Wir freuen uns sehr, zur diesjährigen ELF Idea Accelerator Conference am 20. April in Brüssel zum Thema „Media Freedom in the Age of Tech Disruption“ eingeladen zu sein. M100-Vorstandsmitglied Prof. Dr. Alexandra Borchardt wird zu einer Debatte über die kontroverse Aussage „Sollten staatlich finanzierte Medien verboten werden?“ sprechen, um eine lebhafte Diskussion mit dem Publikum anzustoßen.

Die Konferenz befasst sich mit dem Spannungsfeld zwischen Medienfreiheit und dem neuen Zeitalter der Informationstechnologie. Wie können wir Technologien nutzen, die die Medien voranbringen und gleichzeitig Glaubwürdigkeit, Zuverlässigkeit und Medienfreiheit gewährleisten? Nach dem schnellen Übergang von traditionellen Methoden zu digitalisierten Prozessen vergiften Desinformation, Fake News und Propaganda die europäischen Medien mehr denn je. Infolgedessen sind die Freiheiten in einigen EU-Staaten bedroht. Journalisten werden in ihrer Arbeit eingeschränkt oder sogar angegriffen, Medien werden zensiert und die Medienlandschaft insgesamt wird erstickt.

Die Konferenz wird vom Europäischen Liberalen Forum organisiert, das die Zusammenarbeit zwischen Liberalen in Europa durch Veranstaltungen, Diskussionen und gemeinsame Forschungsprojekte fördert und in diesem Jahr Partner des M100 Sanssouci Colloquiums ist. Weitere Informationen über die Idea Accelerator-Konferenz und ein Anmeldeformular finden Sie hier.

M100 Alumnus Roman Melnyk: „Ich kämpfe gegen die russische Zensur“

11. März 2022. „Ich bin in der Ukraine geblieben und habe mich der sogenannten IT-Armee der Ukraine angeschlossen. Persönlich kämpfe ich gegen die russische Zensur. Die Menschen in Russland wissen oft nicht, dass ihre Soldaten ukrainische Städte verwüsten, Raketen auf Zivilisten abfeuern und ukrainische Menschen umbringen. Ich poste auf Facebook Veröffentlichungen von russischen Soldaten, die sich in der Ukraine ergeben und um Hilfe betteln, und richte diese Beiträge an russische Nutzer. Ziel ist es, sie zu demoralisieren und sie dazu zu bringen, keine Truppen mehr in mein Land zu schicken.

Eine andere Front ist Wikipedia. Zusammen mit meinen Cyber-Kämpfern von der Wikipatrol-Initiative haben wir viele wichtige Wikipedia-Artikel über russische Propaganda, Ideologie und Kriegsverbrechen im aktuellen Krieg zwischen der Ukraine und Russland erstellt und aktualisiert. Ich erhalte viel moralische Unterstützung von Freunden aus aller Welt und bin für jede Hilfe dankbar.

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M100 Alumna Anastasiia Ivantsova: „Die Welt muss wissen, dass Russland lügt!“

4. März 2022. „Wir brauchen Hilfe und Öffentlichkeitsarbeit. Vox Ukraine, Fact-Checking-Organisation und IFCN-Mitglied der Ukraine, kann Ihnen Informationen zur Verfügung stellen. Hier ist unsere Übersicht über Provokationen und Desinformationen:

– Alle zwei Stunden veröffentlicht das Team von Vox Ukraine einen Überblick über die Provokationen und Desinformationsversuche der Aggressoren.
– Hier finden Sie die Siege der ukrainischen Armee. Unsere Armee wehrt feindliche Angriffe ab und verteidigt jede Siedlung und jeden Bürger der Ukraine.
– Und hier ist unsere Erklärung zu diesem Krieg.

Die Welt muss wissen, dass Russland über diesen Krieg lügt!“

Anastasiia Ivantsova arbeitet seit 2019 als Datenanalystin bei der unabhängigen Analyseplattform VoxCheck in Kiew. Sie war investigative Journalistin im Projekt „Schemes“ von Radio Liberty und hat für die Wirtschaftssendung „Prostonomica“ auf Hromadske gearbeitet. 2016 hat sie am M100YEJ teilgenommen.
Twitter @tsovkan

 

Öffentliche Medien und Demokratie in turbulenten Zeiten – Lehren aus Litauen

3. Januar 2022. Eine zersplitterte Medienlandschaft, politischer Druck, eine wachsende medienfeindliche Stimmung und Angriffe auf Journalisten sind die neuen Realitäten, in denen die öffentlich-rechtlichen Medien (ÖSM) agieren müssen. Wie können die öffentlich-rechtlichen Medien auf diese sich schnell verändernde Medienlandschaft reagieren, und wie können sie in unserer immer stärker gespaltenen Gesellschaft die Solidarität stärken und vertiefen und Vertrauen aufbauen? In einem aktuellen Text reflektiert Monika Garbačiauskaitė-Budrienė, seit 2018 Generaldirektorin des litauischen öffentlich-rechtlichen Senders LRT, über die Lektionen, die die öffentlich-rechtlichen Medien Litauens gelernt haben.

Die Manipulation der öffentlichen Meinung sei der Hauptkatalysator für die Spaltung und Polarisierung der Gesellschaft. Um dem entgegenzuwirken und das Vertrauen in die Medien zu stärken, müssen öffentlich-rechtliche Rundfunksender weiterhin eine Schlüsselrolle bei der Aufdeckung von Desinformation und Fake News spielen. Sie müssen Fälschungen aufdecken samt der Quellen, Interessen und Techniken dahinter und zeigen, wie der öffentliche Raum missbraucht wird und was digitale Trolle und politische Akteure dort tun.

Ihren gesamten Kommentar können Sie hier in Englisch lesen.

Aus unserem Alumni-Netzwerk: Victoria Graul und Digga Fake

17. Dezember 2021. Victoria ist Journalistin sowie Founder und Host des Podcasts „Digga Fake – Fake News & Fact-Checking“, in dem sie flott, humorvoll und kompetent über – der Name sagt es schon – Fake News, Desinformation und Medienkompetenz aufklärt. Mit ihrem Podcast, zu dem sie regelmäßig ExpertInnen einlädt, möchte Victoria dazu beitragen, in der Flut der Informationen den Überblick zu behalten und richtige von gefakten Beiträgen zu unterscheiden.

Victoria hat 2009 am M100 YEJ teilgenommen, in dem es um „Migration und die Medien“ ging. Sie hat ihr Masterstudium Europäische Integration erfolgreich an der Technischen Universität Chemnitz abgeschlossen und lebt mittlerweile in Hannover. Mehr über Victoria gibt es hier.

Jeden Monat stellen wir ein Mitglied unserer Alumni-Gruppe vor. Sie kommen aus allen Teilen Europas, sind freie Reporter, Redakteure, Start-up-Gründer, Chefredakteure, Podcaster, Wissenschaftler oder Studenten und interessieren sich für zahlreiche Themen. Ziel der Gruppe ist es, sich aktiv zu Themen wie Demokratie, Pressefreiheit und Journalismus, Klimawandel, Factchecking, Data, Ausbildung und vieles mehr auszutauschen, gemeinsam Projekte zu starten und mit weiteren Partnern Seminare und generationenübergreifende Debatten durchzuführen.

Alexandra Borchardt: „Zuhören statt Zuspitzen!“

Wir haben einige unsere Speaker um Statements zum Thema des diesjährigen M100 Sanssouci Colloquiums gebeten.
Alexandra Borchardt, Senior Research Associate, Reuters Institute for the Study of Journalism, schreibt:

„Das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in den Journalismus ist während der Pandemie in den meisten Demokratien gestiegen. Das widerspricht dem, was so manche Politiker suggerieren, die lieber ihre eigene Version der Wahrheit verbreitet sehen wollen. Jetzt müssen die Medien diesen Vertrauensvorschuss nutzen. Ein Journalismus ist gefragt, der sein Publikum ernst nimmt und in einer Welt der Über-Information einen Mehrwert bietet. Dazu gehört auch die Suche nach Perspektiven, nach Nuancen und Verständigung in einer sich immer stärker polarisierenden Welt. Zuhören statt zuspitzen könnte das Motto eines solchen erhellenden Journalismus sein.“

Eine Übersicht über die diesjährigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer finden Sie hier.

Das Thema des M100 Sanssouci Colloquiums 2021

“From Crisis in Perpetuity to Democratic Resilience” ( „Von der Dauerkrise zu demokratischer Resilienz“) lautet der Titel des 17. M100 Sanssouci Colloquiums, das am 6. Oktober 2021 als hybrides Format online und im barocken Schlosstheater des Neuen Palais in Potsdam stattfindet.
Rund 100 Medien- und Meinungsmacher sind eingeladen, um in verschiedenen Sessions über Leadership (post-)Corona, unseren Umgang mit der „Krise in Permanenz“ sowie über Verantwortung und aktuelle Herausforderungen der Medien in dieser Gemengelage zu diskutieren.

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