Das Video des #M100SC ist online!

24. September 2017. Hier ist das Video des diesjährigen #M100SC! Fast 80 führende Medien- und Meinungsmacher sowie Vertreter aus Politik und Wissenschaft aus ganz Europa und den USA diskutierten am 14. September über die Auswirkungen politischer, gesellschaftlicher und ökonomischer Entwicklungen und die Perspektiven eines freiheitlichen, demokratischen Europas und zeigten Lösungen und neue Denkansätze auf. Die Gründerin und Geschäftsführerin von Doshd TV, Natalja Sindejewa, erhielt den M100 Media Award. Walter J. Lindner, Staatsekretär im Auswärtigen Amt, vertrat den erkrankten Außenminister Sigmar Gabriel, Bild-Chefredakteurin Tanit Koch hielt eine bewegende Laudatio.
Gefördert wurde die diesjährige Veranstaltung von der Landeshauptstadt Potsdam, dem Medienboard Berlin-Brandenburg, dem Auswärtigen Amt und dem National Endowment for Democracy. Sponsoren sind oz capital, medienlabor und Facebook. Kooperationspartner: Polis 180, Reporter ohne Grenzen, Sourcefabrik, Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg sowie VDZ. Ein besonderer Dank gilt HeyFilm für die Produktion des Films.

Besondere Einblicke in den M100YEJ

Potsdam, 21. September 2017. Während des 7-tägigen Workshoptrainings des M100 Young European Journalists Workshop haben unsere 15 Nachwuchsjournalisten aus Ländern der Östlichen Partnerschaft und Russland im Training verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten ihrer eigenen Projekte kennengelernt. Bei einem Pitchabend konnten sie ihre Projekte vorstellen und erhielten ein Feedback von verschiedenen Stiftungen. Anschließend folgte eine 2-tägige Hospitanz bei deutschen Medienhäusern. Das Video von HeyFilm ermöglicht einige Einblicke!

 

Can Dündar: Demokratische Türken und Deutsche sollten gemeinsam für ihre Werte kämpfen

Potsdam, 14. September 2017. In seiner Eröffnungsrede des diesjährigen M100 Sanssouci Colloquiums mit dem Titel „Demokratie oder Despositie? Die Renaissance der dunklen Mächte“ wirft der türkische Journalist Can Dündar den westlichen Gesellschaften mangelnde Treue zu ihren eigenen politischen Werten vor. Sie finden die gesamte Rede, die die “Frankfurter Allgemeine Zeitung” in voller Länge veröffentlicht hat, hier.

Das #M100SC wirft seine Schatten voraus: Plädoyer für inklusive Demokratie im 21. Jhd. von M100SC Teilnehmer Dr. Tobias Endler

Dr. Tobias Endler, #M100SC Teilnehmer und Research Associate/Ph.D. & Research Coordinator am Heidelberg Center for American Studies gibt uns thematisch schon einen kleinen Vorgeschmack auf das Colloquium am Donnerstag in Potsdam. In seinem Essay heute auf CARTA beschreibt er zunächst die Entwicklung der Demokratie in einer internationalen Ordnung unter neuen Vorzeichen, hinterfragt ihre Stellung als einzig vernunftsgebotene politische Herrschaftsform des 21. Jahrhunderts und betont schließlich ihre Chance und Relevanz. Mehr zu dem Thema wird in Session I „The Dawning of a New Age“ diskutiert. Hier geht es zum Artikel von Tobias Endler.

#M100SC-Teilnehmerin Maria Stepanova plädiert für gegenseitiges Verständnis zwischen Russland und dem Westen

„Die letzten Jahre – die düsteren Jahre in der Geschichte des modernen Russlands – sind geprägt von einer zunehmenden Entfremdung zwischen Russland und dem Westen. Haben wir noch eine Chance dafür, einen funktionierenden Dialog aufrechtzuerhalten? Nach Zeiten der Zusammenarbeit und des fruchtvollen Austauschs erfahren wir Ernüchterung und Desintegration  – aber das kann man auch als Herausforderung betrachten. In dunklen Zeiten ist es sogar noch wichtiger geworden sich weiterhin für gegenseitiges Verständnis zwischen Russland und dem Westen einzusetzen, um der Logik der Entfremdung und Verständnislosigkeit standzuhalten.“

Maria Stepanova, Chefredakteurin, Colta.ru, Russland

#M100SC Teilnehmerin Monika Garbačiauskaitė-Budrienė über Herausforderungen für den Westen

„Die westliche Demokratie steht vor vielfältigen Herausforderungen, aber das ist ein normaler fortwährender Prozess und Gegenstand offener Diskussionen. Trotzdem ist es erstaunlich, wie dunkle Mächte es schaffen, Vorteile der Demokratie für ihre eigenen Zwecke auszunutzen. Indem sie reine Propaganda und Falschinformationen als „alternative Meinung“ darstellen, auf Nachrichtenseiten und in sozialen Netzwerken trollen und mobben, die Wahrheit verzerren und versuchen, Wahlergebnisse in anderen Demokratien zu beeinflussen. All das schafft neue Herausforderungen – zum Beispiel die Wirkung von unlauteren Versuchen einzuschränken, die unsere zentralen Werte wie Meinungsfreiheit untergraben, und diese Werte gleichzeitig zu verteidigen.“

Monika Garbačiauskaitė-Budrienė, Chefredakteurin, Delfi.lt, Litauen

Über den Umgang mit Fake News: Exklusiver Essay von George Tzogopoulos

Potsdam, 4. September 2017. Der griechische Journalist und Autor Dr. George Tzogopoulos hat exklusiv für das diesjährige M100 Sanssouci Colloquium, das am 14. September unter dem Titel „Demokratie oder Despotismus? Die Renaissance der dunklen Mächte“ in Potsdam-Sanssouci stattfindet, einen Essay geschrieben: “Dealing with Fake News: Challenges and Opportunities“ (Der Umgang mit Fake News: Herausforderungen und Möglichkeiten). Basierend auf zahlreichen Studien, stellt Tzogopoulos fest, dass die jüngsten Veränderungen in der Medienlandschaft und im Technologiebranche Bedenken bezüglich der Verwundbarkeit demokratischer Gesellschaften durch Fake News aufgeworfen haben. Die Risiken sind offensichtlich: Das Vertrauen in traditionelle Medien schrumpft weiterhin, während die Macht sozialer Medien sukzessive anwächst, während sie gleichzeitig als wesentlicher Faktor bei der Verbreitung gefälschter Geschichten gelten. Kausale Zusammenhänge können nicht nachgewiesen werden, aber Fallstudien wie zum Beispiel das Britische Referendum oder die amerikanischen Präsidentschaftswahlen vermitteln den Eindruck, dass Fake News einen wachsenden Einfluss auf das Verhalten von Wählern haben. Auf jeden Fall ist sicher, dass Fake News große Auswirkungen auf den Journalismus haben bezüglich Inhalten, die durch Algorythmen  auf Social-Media-Platformen sortiert und anvisiert werden ebenso wie Social Bots, die signifikant für die Verbreitung von Fake News sind. Tzogopoulos schließt, dass existierende Gegenmaßnahmen von relevanten Technologieunternehmen und traditionellen Medienhäusern, ebenso wie die permanente Aufmerksamkeit der Menschen für die Gefahr durch Despotismus und Fake News, neue Hoffnung für die Erhaltung starker Demokratien weckt.

Dr. George Tzogopoulos ist Senior Research Fellow am CIFE (internationales Zentrum für europäische Bildung), Berater für die Beziehungen zwischen der EU und China sowie Gründer von chinaandgreece.com, einer Online-Platform, die Chinesisch-Europäische Beziehungen in Griechenland analysiert.
Den Essay (in Englisch) lesen Sie hier: