Vitali Klitschko

Vorsitzender
UDAR
Ukraine

Vitali Klitschko wird mit dem Media Award als Vertreter aller demokratischen Bewegungen in der Ukraine ausgezeichnet sowie für seinen Mut und sein Durchhaltevermögen bei der Stärkung des weltweiten Bewusstseins für den Fortschritt durch die Maidan Demonstrationen.

Der ehemalige Profiboxer Vitali Klitschko engagiert sich seit Jahren für eine politische Wende in seinem Heimatland Ukraine. 2006 kandidierte er erstmals für das Bürgermeisteramt der Stadt Kiew und für das ukrainische Parlament. 2010 wurde er Vorsitzender der pro-westlichen Partei „Ukrainische demokratische Allianz für Reformen“ (UDAR), seit 2012 ist er Fraktionsvorsitzender.

Bei den Protesten auf dem Maidan spielte Vitali Klitschko national und international eine wichtige Rolle. Er war das Gesicht der mehrheitlich demokratisch ausgerichteten Opposition und erreichte gemeinsam mit ihr die Absetzung von Ministerpräsident Wictor Janukowytsch.  Am 25. Mai 2014 wurde Klitschko mit absoluter Mehrheit (57,4 Prozent) zum Kiewer Bürgermeister gewählt.

„Vitali Klitschko hat sich in den vergangenen Monaten um die demokratische Bewegung in seinem Heimatland Ukraine verdient gemacht“, so Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs, der auch Vorsitzender des M100-Beirats ist. „Sein Anteil am friedvollen Verlauf der Demonstrationen ist nicht hoch genug einzuschätzen. Er ist das prominenteste Gesicht der Opposition, derjenige, der den Aufstand in Kiew auch für den Westen personifiziert und weltweit eine große Aufmerksamkeit auf die Vorgänge gelenkt hat. Vitali Klitschko erhält die Auszeichnung als Vertreter aller demokratisch-europäisch ausgerichteten Oppositionellen des Maidan und einer demokratisch motivierten Bewegung in der Ukraine.“

Vitali Klitschko wurde am 19. Juli 1971 in Belovodsk (Kirgistan) geboren. Er ist ein Ukrainischer Politiker, Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt Kiew, Leiter der Staatlichen Verwaltung in Kiew, Vorsitzender der Demokratischen Allianz für Reformen und ehemaliges Mitglied des ukrainischen Parlaments. Er ist ehemaliger WBC, WBO und The Ring Schwergewichtsweltmeister und Champion im Ruhestand des WBC. Klitschko ist der erste Boxweltmeister mit einem Doktortitel.

1996 wurde er erstmals WBC-Weltmeister. Nach einer verletzungsbedingten Unterbrechung seiner Karriere gelang ihm nach fast vierjähriger Pause 2008 eines der größten Comebacks der Sportgeschichte. Ohne einen Vorbereitungskampf trat er direkt gegen den amtierenden WBC-Weltmeister Samuel Peter an und besiegte diesen vorzeitig. Mit diesem beeindruckenden Erfolg waren beide Klitschko-Brüder gleichzeitig Weltmeister, der Eintrag in die Sportgeschichtsbücher gesichert. Seit Juli 2011 waren die WM-Titel aller Verbände unter dem Namen Klitschko vereint. Am 16. Dezember 2013 wurde Vitali Klitschko vom WBC zum Champion Emeritus ernannt.

Außerhalb des Sports verfolgt Vitali Klitschko seit 2006 eine politische Karriere in der Ukraine. In seiner Heimatstadt Kiew stellte er sich am 25. Mai 2014 zum dritten Mal als Bürgermeister zur Wahl und gewann im ersten Durchgang mit 57 Prozent der Stimmen. Seit 2010 ist Vitali Klitschko Vorsitzender der pro-westlichen Partei UDAR (Schlag).

Bei den Euromaidan-Protesten spielte Klitschko eine wichtige Rolle. Er galt als Galionsfigur der Opposition, diente internationalen Spitzenpolitikern als Ansprechpartner und handelte einen Kompromiss aus, der Neuwahlen und die Wiedereinsetzung der Verfassung vorsah. Am 29. März zog er seine Kandidatur als Präsidentschaftskandidat zurück, um die Kandidatur des heutigen Präsidenten Petro Poroschenko zu unterstützen.

1996 gründeten die Klitschko-Brüder in der Ukraine eine Stiftung zur Unterstützung unterprivilegierter Kinder. Die Klitschko-Brüder-Stiftung ist besonders in der Aids-Prävention und im Kampf gegen Drogen aktiv. Kindern und Jugendlichen soll eine bessere Zukunft gegeben werden. Zudem unterstützt er wie sein Bruder Wladimir die Initiative „Ein Herz für Kinder“.

Hauptrede: Martin Schulz
Laudatio: Sebastian Kurz
Dankesrede: Vitali Klitschko