Patrícia Campos Mello

Reporterin und Kolumnistin
Folha de São Paulo
Brasilien

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Patrícia Campos Mello ist freie Reporterin und Kolumnistin bei der Zeitung Folha de São Paulo. Seit über 20 Jahren berichtet sie aus mehr als 50 Ländern über internationale Beziehungen, Wirtschaft und Menschenrechte. Sie wurde mit dem Maria-Moors-Cabot-Preis (2020), dem Internationalen Preis für Pressefreiheit des Komitees zum Schutz von Journalisten (CPJ) (2019), dem Wladimir-Herzog-Sonderpreis für Demokratie und Gerechtigkeit (2019), dem Preis des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz für humanitären Journalismus (2017), dem Journalistenpreis des Königs von Spanien (2018), dem Petrobras-Preis (2018 und 2017, Hauptpreis in Brasilien), den Folha- und Estado-Preisen ausgezeichnet.

Gerade veröffentlichte sie das Buch „A máquina do ódio – notas de uma repórter sobre fake news e violência digital“ (Companhia das Letras), über Desinformationskampagnen und Einschüchterung von Journalisten durch die Bolsonaro-Regierung und die Erosion der Pressefreiheit in Brasilien.

Seit 2018 veröffentlicht sie eine Serie von Artikeln über die illegale Nutzung von WhatsApp-Massennachrichten zum Versand von Fake News und Propaganda zur Manipulation der öffentlichen Meinung während des brasilianischen Wahlkampfs 2018, mit illegaler Finanzierung durch Geschäftsleute und Nutzung ausländischer Marketing-Agenturen, und andere Desinformationskampagnen. Die Serie führte zu mehreren, noch andauernden Ermittlungen der Bundespolizei und des Wahlgerichts. Im Oktober 2019 gab WhatsApp die illegale Nutzung der Plattform bei den Wahlen 2018 zu. Die Artikel führten zu einer Änderung der Wahlordnung des Justizsystems, welches 2019 den Massenversand von WhatsApp-Nachrichten verbot. Präsident Bolsonaro verklagte Patricia und verlangte die Offenlegung all ihrer Quellen und verlor den Prozess.

In letzter Zeit berichtete sie über die Covid-19-Epidemie in Brasilien aus öffentlichen Krankenhäusern und Unterkünften für Obdachlose, die von der Krankheit betroffen sind.

Zwischen 2006 und 2010 war sie Washington-Korrespondentin für die Zeitung Estado de S. Paulo. Sie berichtete über die Wirtschaftskrise in den USA, die Wahlen 2008, 2012 und 2016, den Krieg in Afghanistan 2009 und die Terroranschläge vom 11. September 2001 in New York.

Patrícia hat einen Abschluss in Journalismus an der Universität von São Paulo (USP) und einen Master in Business and Economic Reporting an der New York University, wo sie ein Universitätsstipendium erhielt. In den letzten Jahren verbrachte sie Zeit in Syrien, Irak, Libyen und der Türkei. Im Libanon und Kenia berichtete sie über Flüchtlinge und sie war für das Projekt Mundo de Muros (World of Walls) verantwortlich, das die Migrationskrise auf vier Kontinenten darstellt. Sie war die einzige brasilianische Reporterin, die 2014 und 2015 über die Ebola-Epidemie in Sierra Leone berichtete.

2017 veröffentlichte sie bei Companhia das Letras ihr Buch Lua de Mel em Kobane (Flitterwochen in Kobane), in dem sie die Geschichte des Krieges gegen den Islamischen Staat in Syrien durch die Augen eines Flüchtlingspaares erzählt, das sie dort kennenlernte.

Sie ist die Mutter vom 8 Jahre alten Manuel.

@camposmello