Europa, Wahlen, Desinformation und der Zustand der Demokratie

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9. Mai 2024. Noch nie konnten innerhalb eines Jahres weltweit so viele Menschen wählen gehen wie 2024. Etwa die Hälfte der Weltbevölkerung kann in diesem Jahr ihre Stimme abgeben und damit die Art und Weise, wie die Welt regiert wird, für die nächsten Jahre entscheidend beeinflussen. Expertinnen und Experten fürchten, dass dieses Superwahljahr einhergeht mit einem Anstieg von Fake News und Desinformation, um Meinung und Wahlverhalten der Wahlberechtigten zu beeinflussen. Immer größere und schnellere Fortschritte im Bereich der Künstlichen Intelligenz, wachsende Bedrohungen durch Kriege und Krisen sowie ein Rückgang des Schutzes vor Hass und Hetze in den sozialen Medien verstärken diese Entwicklung.
Nach massiven, überwiegend aus Russland gesteuerten Desinformations- und Cyberattacken haben Frankreich, Polen und Deutschland ein gemeinsames Vorgehen gegen Trollkampagnen vereinbart. Vor allem im Vorfeld der Europawahlen und der Olympischen Spiele in Paris wird in zahlreichen europäischen Ländern mit einer massiven Steigerung russischer Desinformations-Aktivitäten zur Beeinflussung der Bevölkerung gerechnet.
Im Superwahl 2024 beschäftigt sich das M100 Sanssouci Colloquium verstärkt mit den Auswirkungen von Desinformation, der Wehrhaftigkeit Europas, der transatlantischen Partnerschaft, dem Zustand der Demokratie, Chancen und Gefahren durch Künstliche Intelligenz und die Rolle und Aufgaben von Journalisten in einer komplexer und komplizierter werdenden Welt.

„Pressefreiheit ist Deine Freiheit“

3. Mai 2024.Pressefreiheit ist Deine Freiheit – mit diesem klaren Motto der Pressefreiheitskampagne des MVFP gehen wir in diesem Superwahljahr in die Wochen der Pressefreiheit“, sagt Stephan Scherzer, Bundesgeschäftsführer des Medienverbands der Freien Presse MVFP und M100-Beirat. „Indem wir couragierten Journalisten wie Can Dündar und Düzen Tekkal ein Gesicht geben, junge Menschen mit dem Content Creator „Herr Anwalt“ direkt auf das Thema führen, zeigen wir, dass die Pressefreiheit nicht nur ein zentrales Grundrecht, sondern auch ein bedrohtes Recht ist. Wir müssen dieses Recht wertschätzen und täglich verteidigen, um es zu erhalten. Gerade jetzt, im Zeitalter der digitalen Information und der künstlichen Intelligenz, ist es entscheidend, die Fähigkeit zu fördern, Informationen kritisch zu hinterfragen und die Pressefreiheit als Freiheit aller zu begreifen.“

„Ohne Pressefreiheit weiß man nicht, ob die anderen Rechte überhaupt existieren.“ Can Dündar, Chefredakteur, Özgürüz, Dokumentarfilmer und Autor

„Die Freiheit der Rede ist nicht verhandelbar! Die drängendsten Zukunftsprobleme können wir nur gemeinsam lösen. Niemand hat ein Monopol auf Wahrheit. Wahrheit stellt sich nur im gemeinsamen Austausch her. Dazu leisten Journalistinnen und Journalisten weltweit jeden Tag einen unverzichtbaren Beitrag. Wer sie angreift oder sie bei ihrer Arbeit behindert, ist ein Feind der Wahrheit.“ Düzen Tekkal, Gründerin HÁWAR.help, Journalistin, Autorin, Menschenrechtsaktivistin

 

Giorgi Dvalishvili über die Proteste in Georgien

28. April 2024. Georgien galt einst als demokratischer Hoffnungsträger Osteuropas. Mit den Nachbarn Armenien, Aserbaidschan, Belarus, Moldau und Ukraine ist es seit 15 Jahren Mitglied der Östlichen Partnerschaft der EU, vor acht Jahren hat es mit der EU ein Assoziierungs- und Freihandelsabkommen abgeschlossen, am 3. März 2022 es einen Antrag auf Mitgliedschaft in der EU gestellt.
Doch spätestens, nachdem genau ein Jahr später die Regierung ein umstrittenes, an Russland angelehntes „Agentengesetz“ zur staatlichen Kontrolle von Nichtregierungsorganisationen durchsetzen wollte, das massive Proteste der Zivilbevölkerung ausgelöst hat, brodelt es in dem kaukasischen Staat.
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Elevate Stipendium für Olga Konsevych

2. April 2024. M100-Alumna Olga Konsevych, ukrainische Journalistin und Medienmanagerin, erhält für ihr Engagement für Vielfalt und Inklusion in der Nachrichtenbranche das Elevate 2024 Stipendium der Google News Initiative und der INMA (mehr Infos hier). Olga hat nach dem völkerrechtswidrigen Angriff Russlands auf die Ukraine ihr Heimatland verlassen und arbeitet seitdem als Journalistin in Deutschland, unter anderem für den Tagesspiegel. Außerdem nimmt sie an verschiedenen EU- und US-Projekten mit Schwerpunkt auf investigativem Journalismus teil.
Darüber hinaus ist Olga Konsevych an der Umsetzung des Projekts „Why Ukraine“ beteiligt, das darauf abzielt, Desinformationen über die Ukraine und die Demokratie weltweit zu bekämpfen, indem es ausgewiesenen Experten eine Plattform bietet, um mit einem internationalen Publikum zu kommunizieren.

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Anna Romandash gewinnt Ausschreibung für Literaturforschungsprojekt

28. März 2024. Wir gratulieren der ukrainischen Journalistin und M100-Alumna Anna Romandash, die die Ausschreibung des Literaturforschungsprojekt „Stories of Resilience“ des englischen und ukrainischen PEN gewonnen hat. Beworben hatte sie sich mit ihrer Reportagesammlung „Women of Ukraine: Reportages from the War and Beyond“, die Ende 2023 im ibidem Verlag erschienen ist. Insgesamt wurden 41 Anträge für die Teilnahme am Projekt eingereicht. Die Bewerbungen wurden von einer Jury bewertet, zu der die Schriftsteller Oksana Lutsyshina und Alexander Mikhed sowie Mitglieder des englischen und ukrainischen Pen-Admin-Teams gehörten.

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Ziele und Auswirkungen anti-westlicher Propaganda in Georgien

25. März 2024. Tamar Kintsurashvili, Executive Director der Media Development Foundation in Tiflis und Teilnehmerin des M100 Sanssouci Colloquium 2023 (Foto), hat einen neuen Bericht über antiwestliche Propaganda in Georgien veröffentlicht.
Der Report, der den Zeitraum von Januar bis Dezember 2022 abdeckt und auf der Analyse von bis zu 10.000 Kommentaren basiert, zeigt, dass der größte Anteil der Propagandabotschaften gegen den kollektiven Westen und die USA gerichtet war, gefolgt von der EU und der NATO. Weitere Ziele waren die Ukraine, demokratische Institutionen wie NGOs, der Ombudsmann und die Medien sowie liberale Ideen im Allgemeinen. „Russland war das einzige Thema, das in dem gegebenen Diskurs positiv dargestellt wurde“, so der Report.
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Großes Ehrenzeichen für Dr. Christian Rainer

20. März 2024. M100-Beirat Dr. Christian Rainer, von 1998 bis März 2023 Herausgeber und Chefredakteur des österreichischen Politmagazins „profil“, ist für seinen langjährigen Einsatz in der Medienbranche mit dem großen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet worden. Der 62-Jährige war zusätzlich von 1997 bis 2008 Herausgeber und Chefredakteur des österreichischen Businessmagazins “trend“ und hat über 1.000 Leitartikel verfasst. Medienministerin Susanne Raab (ÖVP) verlieh Rainer das Ehrenzeichen am 18. März im Wiener Bundeskanzleramt. Wir gratulieren herzlich!

 

Stephan Scherzer neu im M100-Beirat

13. März 2024. Wir freuen uns sehr, Stephan Scherzwer als neues Mitglied des M100-Beirats begrüßen zu dürfen!
Stephan Scherzer ist seit 2012 Bundesgeschäftsführer des MVFP (vormals VDZ), dem Bundesverband von 350 deutschen Zeitschriftenverlagen.
Von 2007-2011 war er bei IDG in San Francisco als Executive Vice President tätig und leitete das digitale Geschäft der Consumer-Division. Er begann seine Karriere als Journalist, war Chefredakteur der Macwelt, später Group Publisher und Mitglied der Geschäftsleitung von IDG in München. Seit 2014 ist Scherzer zudem Vizepräsident der European Magazine Media Association, hat einen Sitz im FIPP-Lenkungsausschuss und ist Vorstandsmitglied der Stiftung Lesen.
Als Absolvent der Ludwig-Maximilians-Universität München hat er einen M.A.-Abschluss in Politikwissenschaft, Geschichte und Volkswirtschaft. Der passionierte Bergsteiger lebt mit seiner Familie in Berlin.

Democratic Crossraods – Super Tuesday: Weichenstellung im US-Wahljahr

Hybrid-Podium mit dem ehemaligen ARD-Washingtonkorrespondenten Arthur Landwehr, Berlin-Korrespondentin der NYT Melissa Eddy und Dr. Tobias Endler am 5.3.2024, 19.15 Uhr

Die USA befinden sich mitten in einem turbulenten Wahlkampf um die Präsidentschaft und der Rest der Welt schaut gespannt zu. Wie auch bei den letzten beiden US-Präsidentschaftswahlen zuvor steht Donald Trump wieder einmal im Zentrum der Aufmerksamkeit. Um eine fachkundige Meinung aus erster Hand zu erhalten, analysieren Arthur Landwehr, Melissa Eddy und Tobias Endler am Super Tuesday, Di. 05.03. um 19:15 Uhr die zentralen KandidatInnen. Sie werfen in ihrem Hybrid-Vortrag sowohl im Deutsch-Amerikanischen Institut als auch online einen Blick auf deren Programme und zeigen auf, wie sich der Wahlkampf entwickeln kann. Wird Donald Trump trotz Gerichtsurteil Wahlkampf betreiben können und wenn ja – wie? Wie hoch sind Joe Bidens Chancen auf eine Wiederwahl und besteht die Möglichkeit, dass noch weitere KandidatInnen die Wahl beeinflussen könnten?

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Krieg ist eines der schrecklichsten Dinge, an die man sich gewöhnen kann

Von Olena Kuk

Was hat sich seit dem Beginn des verheerenden russischen Krieges verändert? Um diese Frage zu beantworten, schildere ich Ihnen einen normalen Morgen in Kyiv:

7. Februar 2024
5:55 Uhr – Fliegeralarm.
6.57 Uhr – Explosion in der Ferne. Dieses Geräusch weckte mich, denn der vorherige Alarm hatte mich nicht geweckt. Ich nahm mein Telefon und überprüfte die Telegram-Kanäle, um zu verstehen – was war das?
„Cruise missiles are flying toward Kyiv“, – die Nachricht von der Air Defence habe ich verschlafen.
„Die Luftabwehr arbeitet in Kyiv“, – die aktuelle Meldung.
„Cruise missiles are flying towards Kyiv“, – nächste Meldung.
7:05 Uhr – Ich lege das Handy weg, drehe mich auf die andere Seite und schlafe wieder ein. Am Vortag musste ich bis 00:00 Uhr arbeiten, ging nach Hause und war um 2:00 Uhr im Bett. Ich war so müde, dass ich nicht einmal den Fliegeralarm hören konnte und beschloss, das Risiko einzugehen und weiterzuschlafen.
7.40 Uhr – lautes Explosionsgeräusch. Meine Fenster wackelten. Eine weitere starke Explosion.
7.41 Uhr – Ich nahm meine Decke und ging in den Flur, um mich hinter zwei Wänden zu verstecken. So einen lauten Knall kann man nicht ignorieren.

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