„Wir brauchen Sichtbarkeit auf internationaler Ebene“

15. Juni 2022. Olesia Tytarenko, stellvertretende Chefredakteurin des Nationalen öffentlichen Rundfunkgesellschaft der Ukraine (Suspilne), unterstreicht die Aussage ihrer Kollegin Olga Konsevych:

„Wir als öffentlich-rechtlicher Sender hatten es etwas leichter als die privaten Medien. Aber auch wir brauchen Sichtbarkeit auf internationaler Ebene, denn wie man sehen kann, nimmt die Aufmerksamkeit und auch die Unterstützung ab. Und vielleicht kann eine engere internationale Zusammenarbeit zwischen Journalisten, Redaktionen und Vertretern der Zivilgesellschaft eine positive Wirkung erzielen.

Was uns ebenfalls Sorgen bereitet, sind die Narrative, die in letzter Zeit in westlichen Medien erschienen sind. Einige Journalisten und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens haben versucht, die Idee zu vermitteln, dass die Ukraine ihr Territorium abtreten muss, um den Krieg zu beenden. Unser Ziel als Journalisten ist es, ihnen das Gegenteil zu beweisen. Und dabei brauchen wir auch die Hilfe der westlichen Gesellschaft.“
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„Es fehlt die internationale Zusammenarbeit“

13. Juni 2022. Olga Konsevych, Chefredakteurin der ukrainischen Nachrichtenplattform 24tv.ua, bedauert die fehlende Zusammenarbeit großer westlicher Verlage mit ukrainischen Medien:

“Wir haben englischsprachigen Content, Fotos, Videos und viele spezielle Projekte über den Krieg, und ich glaube, es ist sehr wichtig, ihn mit anderen Medien zu teilen. Aber es fehlen die Kontakte, und ich sehe M100 als Brücke, die uns helfen kann, diese Menschen zu erreichen. Wir müssen laut sein, was die Ukraine betrifft. Der Krieg verschwindet von den Titelseiten der internationalen Medien. Unser Ziel als Journalistengemeinschaft ist es, der aktuellen Situation eine Stimme zu geben und das Thema Ukraine sichtbar zu machen, auch wenn sich Europa daran gewöhnt hat.“

Wir unterstützen diesen wichtigen Aufruf an alle westlichen Verlage und Medienhäuser! Wenn Sie den Kontakt zu unabhängigen ukrainischen Journalisten und Redaktionen suchen, kontaktieren Sie uns bitte.

„Sie setzen ihr Leben aufs Spiel“

11. Juni 2022. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtet über unseren Online-Talk mit Zakhar Protsiuk, Co-Gründer und Managing Editor von The Fix Media, Ukraine, am vergangenen Mittwoch.

„Zakhar Protsiuk war Journalist. In Kiew managt er das von ihm mitgegründete Portal „The Fix“. Zurzeit sammelt er Spenden für Medienschaffende, die über den Krieg berichten. Was in der Ukraine geschieht, dürfe man nicht aus den Augen verlieren, sagt er.“

Den gesamten Bericht lesen Sie hier.

Talk mit Zakhar Protsiuk, The Fix Media, Ukraine

9. Juni 2022. Kernsätze aus dem Gespräch mit Zakhar Protsiuk, Co-Founder und geschäftsführender Redakteur von The Fix Media, Ukraine, das wir am 8. Juni auf Zoom geführt haben. Moderiert wurde die Diskussion von M100-Beirat Christoph Lanz, Head of Board Thomson Media Deutschland sowie Trustee der Thomson Foundation und ehemaliger Programmdirektor von DW TV. Die Aufzeichnung des einstündigen Gesprächs können Sie hier anschauen.

• Vor dem Krieg in der Ukraine war The Fix Media Media ein Markt und eine Wissens-Hub für Medienmanager. Es begann als ein Projekt innerhalb einer Beratungsfirma namens Jnomics. The Fix ist eine relativ junge Organisation, die vor weniger als drei Jahren gegründet wurde.

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Dávid Tvrdoň: Mentale Gesundheit ist ein Riesenthema

28. Mai 2022. „Mentale Gesundheit wird wahrscheinlich eine der größten Themen unseres Lebens“, schreibt der slowenische Journalist Dávid Tvrdoň in einem Artikel für „The Fix Media“: „Ich habe nicht erwartet, dass mentale Gesundheit ein so großes Thema werden würde. Und der Krieg in der Ukraine macht es noch schlimmer“.

David, der 2014 am M100 Young European Journalists Workshop (M100YEJ) in Potsdam teilgenommen hat, hat beim Internationalen Journalismusfestival in Perugia mehrere Gespräche mit Journalistenkollegen aus ganz Europa geführt „und überraschenderweise kam das Thema psychische Gesundheit immer wieder zur Sprache“, erzählt er. „Einige Redaktionen boten proaktiv Vorsorgeuntersuchungen für die psychische Gesundheit ihrer Mitarbeiter an, aber das ist bei weitem nicht überall der Fall.”

Das Thema war schon vor dem Krieg in der Ukraine groß, auch bei unserem digitalen M100YEJ im vergangenen Jahr (s. hier). Deshalb werden wir diesen Aspekt auch beim kommenden M100YEJ im September behandeln.

M100 @ St. Gallen Symposium: Power durch Zusammenarbeit

16. Mai 2022. Am 6. Mai 2022 nahm das M100 Sanssouci Colloquium am zweitägigen St. Gallen Symposium an der Universität St. Gallen in der Schweiz teil. Unter dem Titel „Media’s new Power: More Impact through collaborative Journalism“ („Die neue Macht der Medien: Mehr Wirkung durch kollaborativen Journalismus“) diskutierten drei Podiumsteilnehmer, die an der Spitze dieser innovativen Form des Journalismus stehen, folgende Fragen: Welche technischen, aber auch inhaltlichen Reformen sind notwendig, um unabhängigen, qualitativ hochwertigen Journalismus langfristig zu stärken? Wie kann die Finanzierung von unabhängigen Medien und Journalistennetzwerken sichergestellt werden? Wie funktionieren grenzüberschreitende, sprach- und kulturübergreifende Kooperationen? Welche Vorteile ergeben sich daraus? Wie sieht die Zukunft des kollaborativen Journalismus aus und welche Probleme können auftreten? Welche Erwartungen haben die Akteure an die Politik, um Medienvielfalt, Unabhängigkeit und Demokratie in Zukunft zu gewährleisten?

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Rangliste der Pressefreiheit 2022 von Reporter ohne Grenzen: Eine neue Ära der Polarisierung

3. Mai 2022. Am heutigen Tag der Pressefreiheit hat M100-Partner Reporter ohne Grenzen die Rangliste der Pressefreiheit 2022 veröffentlicht. In keiner Region hat sich die Pressefreiheit so verschlechtert wie in Europa, besonders in Osteuropa.

Neue Krisen und Kriege sowie wiederaufgeflammte Konflikte gefährden die weltweite Pressefreiheit. Die Rangliste der Pressefreiheit 2022 zeigt, dass von ihnen nicht nur Gefahr für Leib und Leben von Medienschaffenden ausgeht – sie wurden auch von vielfältigen Repressionen begleitet, mit denen Regierungen die Informationshoheit zu gewinnen versuchen. Die gesamte Pressemitteilung lesen Sie hier.

Podcast mit AFP-Faktencheck-Chefin Eva Wackenreuther

27. April 2022. Der Ukraine-Krieg ist für FaktencheckerInnen sinnbildlich ein Aufklärungskrieg gegen jeden, der Propaganda und Lügen verbreitet. Was läuft aktuell an der Faktencheck-Front? Dazu hat Victoria Graul, Gründerin des Podcasts „Digga Fake“ und M100 Alumna, für ihren Podcast mit Eva Wackenreuther gesprochen, die in Wien die deutschsprachige Faktencheck-Redaktion von AFP leitet.

Eva wird auch beim M100 Young European Journalists Workshop, der vom 10.-15. September zum Thema „Fake News und Desinformation“ stattfindet, einen Kurs zu dem Thema leiten. Als Mitbegründerin des ersten Fakterncheck-Blogs in Österreich „Fakt ist Fakt“ zählt Eva außerdem zu den VorreiterInnen in der dortigen Faktencheck-Community. Hier geht es zum Podcast „6 Lektionen, die wir von der Fake-News-Schlacht um die Ukraine lernen„.

M100 @ St. Gallen Symposium

1. April 2022. Erstmals wird M100 beim diesjährigen St. Gallen Symposium mit einem M100-Panel dabei sein.

Das St. Gallen Symposium findet am 5. und 6. Mai unter dem Titel „Collaborative Advantage“ an der Universität St. Gallen statt.

Beim M100-Panel unter dem Titel „Media’s New Power: More Impact Through Collaborative Journalism“ diskutieren Joanna Krawczyk (Leiterin der Partnerschaften der „Gazeta Wyborcza“ und Vorsitzende der Leading European Newspaper Alliance LENA, Polen), Paul Radu (Mitbegründer und Mitgeschäftsführer des Investigativnetzwerks OCCRP, Rumänien) und Mathias Müller von Blumencron (Board Member Tamedia und Mitglied des M100-Beirats) über die Herausforderungen grenz-, sprach- und kulturübergreifender Kollaborationen und was sie für die Zukunft des Journalismus bedeuten. Moderiert wird die Runde von der TV-Journalistin und M100-Beiratsmitglied Astrid Frohloff.

Das Panel findet am Freitag, dem 6. Mai von 15:30-16:30 Uhr statt.

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M100YEJ: Der Umgang mit Fake News und Desinformation

25. März 2022. „Journalistische Unparteilichkeit in Zeiten des Krieges – Der Umgang mit Fake News und Desinformation“ lautet das Thema des diesjährigen M100 Young European Journalists Workshop (M100YEJ), der vom 10. bis 15. September in Potsdam und Berlin stattfindet.

Fake News haben Auswirkungen auf unsere Gesellschaft, unsere Politik, unsere Wirtschaft, auf die Demokratie, die Meinungs- und Pressefreiheit und auf unsere Sicherheit.

Der Angriff Russlands auf die Ukraine, der schon lange im Vorfeld von russischer Seite durch gezielte Falschinformationen vorbereitet wurde und auch im Krieg eine große Rolle spielt, zeigt dies in besonders drastischer Weise. Hier wird, parallel zum militärischen Krieg mit all seinem Leid und Schrecken, auch ein verbitterter Informationskrieg geführt, ein Krieg um Bilder, Emotionen, Deutungshoheit und Wahrheit.

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