Unser Alumni-Network: Lucian Bălănuță, Rumänien

8. Mai 2022. „Ich arbeite als Radiojournalist bei Rumäniens öffentlichem ‚Radio România Iași‘.

Am 24. Februar war ich Stunde für Stunde mit dem Ohr am Radio und habe keine einzige Nachrichtensendung verpasst. Der unprovozierte Einmarsch Russlands in die Ukraine hat auch ein akutes Informationsbedürfnis ausgelöst. Es wird immer offensichtlicher, dass seriöse Medien nicht nur Nachrichten liefern, sondern auch Fake News und Desinformationen entlarven. Dies ist eine neue Funktion der Medien –  neben Information, Bildung und Unterhaltung –, die ihren Platz in den Lehrbüchern gefestigt hat. Der Krieg hat gezeigt, wie wichtig die internationale Zusammenarbeit ist. Die M100-Alumni-Gruppe hat mir viele solcher Gelegenheiten vermittelt, und dank dieses Netzwerks ist es mir gelungen, bei der Berichterstattung über den Konflikt für die Öffentlichkeit Interpretationsfallen zu vermeiden.“

Lucian Bălănuță ist Radiojournalist sowie Assistenzprofessor an der Fakultät für Literatur, Journalismus und Kommunikationswissenschaften der Universität Universität Alexandru Ioan Cuza Iași, Rumänien. Er hat einen Doktortitel in Politikwissenschaft.

Lucian hat 2013 am M100 Young European Journalists Workshop teilgenommen. Mehr über Lucian erfahren Sie hier.

Sara Cincurova auf Longlist des britischen One World Media Award

29. April 2022. Wir freuen uns sehr, dass Sara Cincurova, slowakische Journalistin und M100 Alumna, es auf die Longlist des britischen One World Media Award 2022 in der Kategorie New Voice Award geschafft hat!
Ausgezeichnet werden junge Filmemacher oder Journalisten bis 32 Jahre, „die im Laufe des Jahres einen wesentlichen Beitrag zum internationalen Journalismus geleistet haben, unabhängig vom Medium“.

Sara hat in den vergangenen Monaten unermüdlich aus den verschiedensten Krisengebieten berichtet, zuletzt über den Krieg in der Ukraine. Eine ihrer Geschichten für das New York Magazine, „My journey out of Ukraine“ können Sie hier lesen. Wir gratulieren herzlich und drücken die Daumen für die Shortlist!

Sara Cincurova ist Menschenrechtsjournalistin aus der Slowakei, die sich auf Migration, Menschenrechte, humanitäre Fragen und Frauenrechte konzentriert. Ihre Arbeit wurde unter anderem in The Guardian, BBC, Al Jazeera, HuffPost und The New Humanitarian veröffentlicht. Mehr über Sara erfahren Sie hier.

Podcast mit AFP-Faktencheck-Chefin Eva Wackenreuther

27. April 2022. Der Ukraine-Krieg ist für FaktencheckerInnen sinnbildlich ein Aufklärungskrieg gegen jeden, der Propaganda und Lügen verbreitet. Was läuft aktuell an der Faktencheck-Front? Dazu hat Victoria Graul, Gründerin des Podcasts „Digga Fake“ und M100 Alumna, für ihren Podcast mit Eva Wackenreuther gesprochen, die in Wien die deutschsprachige Faktencheck-Redaktion von AFP leitet.

Eva wird auch beim M100 Young European Journalists Workshop, der vom 10.-15. September zum Thema „Fake News und Desinformation“ stattfindet, einen Kurs zu dem Thema leiten. Als Mitbegründerin des ersten Fakterncheck-Blogs in Österreich „Fakt ist Fakt“ zählt Eva außerdem zu den VorreiterInnen in der dortigen Faktencheck-Community. Hier geht es zum Podcast „6 Lektionen, die wir von der Fake-News-Schlacht um die Ukraine lernen„.

M100 Alumnus Piotr Drabik: „Grenzüberschreitender Journalismus ist wichtiger denn je“

27. März 2022. „Grenzüberschreitender Journalismus ist wichtiger denn je und wird immer wichtiger“, sagt Piotr Drabik, polnischer Journalist, leidenschaftlicher Anhänger des grenzüberschreitenden Journalismus und M100 Alumnus. „Gerade in Zeiten, in denen Demokratie und Pressefreiheit so bedroht sind wie jetzt und sich immer mehr Fake News verbreiten, können grenzüberschreitende Koalitionen von Journalisten und Medienhäusern die freie, faktenbasierte Berichterstattung stärken.“

Piotr ist Journalist und Redakteur im Nachrichtenteam bei Radio ZET in Warschau, einem der größten kommerziellen Radiosender in Polen und hat in den letzten Jahren mit vielen Journalisten, hauptsächlich aus europäischen Ländern, zusammengearbeitet.

Bei Radio ZET berichtet er über aktuelle Ereignisse, nationale Politik und Außenbeziehungen. Im Jahr 2020 arbeitete er für Reporters in the Field von n-ost, für die er einen Artikel über den Aufbau grenzüberschreitender Teams schrieb. Im selben Jahr nahm er an einer Studienreise zu Flüchtlingslagern in Griechenland mit der Minority Rights Group teil. In den letzten Wochen begann Piotr eine Zusammenarbeit mit The European Network mit dem ersten Op-Ed „Putins Paranoia“.

Piotr hat 2018 am M100 Young European Journalists Workshop in Potsdam teilgenommen.

Twitter: @piotrdrabik

M100YEJ: Der Umgang mit Fake News und Desinformation

25. März 2022. „Journalistische Unparteilichkeit in Zeiten des Krieges – Der Umgang mit Fake News und Desinformation“ lautet das Thema des diesjährigen M100 Young European Journalists Workshop (M100YEJ), der vom 10. bis 15. September in Potsdam und Berlin stattfindet.

Fake News haben Auswirkungen auf unsere Gesellschaft, unsere Politik, unsere Wirtschaft, auf die Demokratie, die Meinungs- und Pressefreiheit und auf unsere Sicherheit.

Der Angriff Russlands auf die Ukraine, der schon lange im Vorfeld von russischer Seite durch gezielte Falschinformationen vorbereitet wurde und auch im Krieg eine große Rolle spielt, zeigt dies in besonders drastischer Weise. Hier wird, parallel zum militärischen Krieg mit all seinem Leid und Schrecken, auch ein verbitterter Informationskrieg geführt, ein Krieg um Bilder, Emotionen, Deutungshoheit und Wahrheit.

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M100 SC 2022: Krieg und Frieden. Eine neue Weltordnung

Donnerstag, 15. September 2022, Orangerie Sanssouci, Potsdam

23. März 2022. Der militärische Angriff Russlands auf die Ukraine bedeutet eine Epochenwende. Nicht nur für Europa, sondern für die gesamte Welt. Die brutale Invasion ist der größte kriegerische Konflikt auf dem europäischen Kontinent seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs mit enormen Folgen für Geopolitik, Wirtschaft, Demokratie, Gesellschaft und Umwelt.

Aufbau und Erweiterung der EU wurden von westlicher Seite von einem über 30 Jahre dauernden „Friedensmythos“ begleitet, der am 24. Februar 2022 ein jähes Ende fand. Dieser Schock wird lange durch die Gesellschaft vibrieren und tiefgreifende Folgen haben.

Nach dem von Francis Fukuyama prognostizierten „Ende der Geschichte“ bedeutet es die erste große historische Zäsur nach Wiedervereinigung und Ende des Kalten Krieges, das Ende des erhofften immerwährenden Friedens in Europa, das Ende des erhofften „Wandel durch Handel“, das Ende des 1975 durch die Schlussakte von Helsinki begründeten europäischen Sicherheitssystems. Es ist das Ergebnis einer jahrelangen „resignativen Unentschlossenheit des Westens gegenüber einem Russland, das alle Regeln übertritt und sämtliche Werte missachtet“ (Herfried Münkler).

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Olga Konsevych: „Die Kinder sind das Symbol dieses Krieges“

6. März 2022.Die Kinder sind das Symbol dieses Krieges“, schreibt Olga Konsevych in einem Artikel, der heute in der pro-Europäischen britischen Wochenzeitung „The New European“ erschienen ist. „Sie sind 15 – 20 Stunden in Evakuierungszügen unterwegs; sie schlafen unruhig in den überfüllten Waggons und schauen ängstlich durch die Fenster des Zuges, der sie ins Ungewisse bringt, auf die zerstörte Welt.
Olga Konsevych ist Chefredakteurin der Ukrainischen Nachrichtenplatform 24tv.ua und M100 Alumna. In ihrem Artikel beschreibt sie ihre Flucht aus Kiew und die Angst und Verzweiflung des ukrainischen Volkes.
Folgend finden Sie die deutsche Übersetzung ihres Textes, der hier im Original erschienen ist.

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M100 Alumna Anastasiia Ivantsova: „Die Welt muss wissen, dass Russland lügt!“

4. März 2022. „Wir brauchen Hilfe und Öffentlichkeitsarbeit. Vox Ukraine, Fact-Checking-Organisation und IFCN-Mitglied der Ukraine, kann Ihnen Informationen zur Verfügung stellen. Hier ist unsere Übersicht über Provokationen und Desinformationen:

– Alle zwei Stunden veröffentlicht das Team von Vox Ukraine einen Überblick über die Provokationen und Desinformationsversuche der Aggressoren.
– Hier finden Sie die Siege der ukrainischen Armee. Unsere Armee wehrt feindliche Angriffe ab und verteidigt jede Siedlung und jeden Bürger der Ukraine.
– Und hier ist unsere Erklärung zu diesem Krieg.

Die Welt muss wissen, dass Russland über diesen Krieg lügt!“

Anastasiia Ivantsova arbeitet seit 2019 als Datenanalystin bei der unabhängigen Analyseplattform VoxCheck in Kiew. Sie war investigative Journalistin im Projekt „Schemes“ von Radio Liberty und hat für die Wirtschaftssendung „Prostonomica“ auf Hromadske gearbeitet. 2016 hat sie am M100YEJ teilgenommen.
Twitter @tsovkan

 

„Wir möchten, dass Russland nicht nur nach dem Angriff, sondern schon vor der Planung zur Rechenschaft gezogen wird“

16. Februar 2022. Heute hat der öffentliche rumänische Radiosender Radio România Iași, der in die rumänische Region Moldau sendet und auch in den meisten Teilen Moldawiens und Teilen der Ukraine verfügbar ist, ein Interview mit der stellvertretenden Chefredakteurin der nationalen öffentlichen Rundfunkanstalt der Ukraine, Olesia Tytarenko, veröffentlicht. Olesia Tytarenko wie auch der Interviewer Lucian Bălănuță sind Alumni von M100 und haben an Young European Journalists Workshops teilgenommen.

Das englisch geführte Telefoninterview finden Sie auf der Website von Radio Iași (am Ende des hier ins Deutsche übersetzten Textes):

Die Vereinigten Staaten und die Europäische Union bemühen sich um eine Deeskalation der Lage in der Ukraine inmitten einer verstärkten russischen Militärpräsenz an den Grenzen Kiews. Der heutige Tag wird von mehreren westlichen Geheimdiensten als möglicher Tag einer militärischen Intervention Moskaus genannt. Der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz und der russische Präsident Wladimir Putin haben sich gestern nach Gesprächen in der russischen Hauptstadt darauf geeinigt, dass der Dialog fortgesetzt werden muss.

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„Wir wollen nicht nur als Opfer wahrgenommen werden“

4. Februar 2022. Interview mit Olga Konsevych, 33, Chefredakteurin der ukrainischen Nachrichtenplattform 24tv.ua, über die Situation in der Ukraine, den Konflikt mit Russland und ihre Arbeit als Journalistin.

24tv.ua ist die Nachrichtenplattform des ukrainischen TV-Senders Channel 24. Seit wann sind Sie dabei, wer sind Ihre Nutzer, Ihre Zielgruppen und wie erreichen Sie sie?

OK: 2019 bin ich zum Team des Senders 24 gestoßen. Ich bin an der Entwicklung der digitalen Strategie beteiligt und verantwortlich für die Website 24tv.ua. Unser Team besteht aus 115 Personen, die hauptsächlich in Kiew und Lemberg (dem westlichen Teil der Ukraine) arbeiten. Wir erreichen durchschnittlich 35 – 40 Millionen Nutzer pro Monat (etwa 100 Millionen Seitenaufrufe für das Projekt 24tv.ua). In meiner Redaktion bin ich für Formate des Erklärungsjournalismus und des Lösungsjournalismus zuständig. Als die Coronavirus-Krise die Ukraine erreichte, verlagerten wir unseren Schwerpunkt auf die Berichterstattung über COVID-19 sowie auf die Verwendung von Infografiken, Videos usw.

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