Bewerbungsaufruf: Wie können Medien zur europäischen Demokratie beitragen?

Online-Seminar im Rahmen der Konferenz zur Zukunft Europas

3. und 4. Dezember 2021, Zoom

Referenten:
Prof. Dr. Ulrike Guérot, Professorin für Europapolitik, Universität Bonn
Prof. Alberto Alemanno, Jean-Monnet-Professor für EU-Recht, HEC Paris, Gründer „The Good Lobby“
Moderation: Sabine Sasse, Head of Programme, M100 Sanssouci Colloquium, Potsdam

Die Konferenz zur Zukunft Europas, die ursprünglich vom französischen Präsidenten Emmanuel Macron und der liberalen europäischen Partei ALDE angeregt und am 9. Mai 2021 eröffnet wurde, ist der erste Versuch einer institutionellen Reform seit 2007. Ziel ist es, Vorschläge und Ideen für die Zukunft der Europäischen Union bis 2022 zu diskutieren, wobei nicht nur alle EU-Institutionen und Mitgliedsstaaten, sondern auch und vor allem die EU-Bürger einbezogen werden sollen. Bislang hatte die Konferenz jedoch Schwierigkeiten, das Interesse der europäischen Bürgerinnen und Bürger zu wecken und wurde von den Mainstream-Medien kaum beachtet.

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Zusammenfassung der Strategischen Roundtable

Das M100 Sanssouci Colloquium begann mit drei parallelen Strategic Roundtable-Diskussionen auf der digitalen Plattform Zoom, eingeleitet durch eine Eröffnungsrede von Benjamin H. Bratton, Professor für Bildende Künste an der University of California, USA, zum Thema „The Revenge on the Real: Politics for a Post-Pandemic World“ (die Rede können Sie hier nachlesen und anschauen)

Leonard Novy

Nach einer lebhaften und konzentrierten einstündigen Diskussion stellten die drei ModeratorInnen die Ergebnisse der Roundtable vor, moderiert von Dr. Leonard Novy, M100-Beiratsmitglied und Direktor des Instituts für Medien- und Kommunikationspolitik in Köln (Die Aufzeichnung steht Ihnen hier auf unserem YouTube-Kanal zur Verfügung). [1]

Die erste Moderatorin war Annalisa Piras, Journalistin, Filmemacherin und Geschäftsführerin der Wake Up Foundation. Sie fasste den Strategischen Roundtable „New beginnings: Leadership in (post-)Covid times“ zusammen, der durch einen Impuls von Alberto Alemanno, Jean-Monnet-Professor für Recht und Politik der Europäischen Union, HEC Paris, Frankreich, eingeleitet worden war:

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Annalisa Piras: Journalismus hat beispiellose, historische Verantwortung

„In der Geschichte der Menschheit haben Pandemien immer Zeiten tiefgreifender Erneuerung eingeläutet. Um sicherzustellen, dass unsere Reaktion auf die Pandemie Fortschritt und Entwicklung fördert, müssen wir dringend die wichtigste der vielen sich überschneidenden Krisen angehen, mit denen wir konfrontiert sind: die epistemologische Krise, die Aushöhlung der Autorität des Wissens und die Verbreitung des Wahrheitsverfalls. Das ist die Krise, die alle anderen Krisen einhüllt und ihre Lösungen behindert.

Diejenigen, die in den Medien und in allen anderen Einrichtungen arbeiten, die gesellschaftlichen Sinn und Zweck produzieren, haben heute eine beispiellose, historische Verantwortung.“

Annalisa Piras ist Journalistin und Filmemacherin sowie Ko-Gründerin und CEO von „The Wake-Up Foundation“, Großbritannien/Italien

Alexandra Borchardt: „Zuhören statt Zuspitzen!“

Wir haben einige unsere Speaker um Statements zum Thema des diesjährigen M100 Sanssouci Colloquiums gebeten.
Alexandra Borchardt, Senior Research Associate, Reuters Institute for the Study of Journalism, schreibt:

„Das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in den Journalismus ist während der Pandemie in den meisten Demokratien gestiegen. Das widerspricht dem, was so manche Politiker suggerieren, die lieber ihre eigene Version der Wahrheit verbreitet sehen wollen. Jetzt müssen die Medien diesen Vertrauensvorschuss nutzen. Ein Journalismus ist gefragt, der sein Publikum ernst nimmt und in einer Welt der Über-Information einen Mehrwert bietet. Dazu gehört auch die Suche nach Perspektiven, nach Nuancen und Verständigung in einer sich immer stärker polarisierenden Welt. Zuhören statt zuspitzen könnte das Motto eines solchen erhellenden Journalismus sein.“

Eine Übersicht über die diesjährigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer finden Sie hier.

Wir danken Reporter ohne Grenzen für die anhaltende Partnerschaft!

Die 1985 in Montpellier gegründete Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) dokumentiert weltweit Verstöße gegen die Presse- und Informationsfreiheit und alarmiert die Öffentlichkeit, wenn Journalistinnen und deren Mitarbeiter in Gefahr sind.
RSF setzt sich für mehr Sicherheit und besseren Schutz von Journalistinnen und Journalisten ein, kämpft online wie offline gegen Zensur, gegen den Einsatz sowie den Export von Zensur-Software und gegen restriktive Mediengesetze.
Wir sind dankbar für die anhaltende starke Partnerschaft!

Call for Application: Reporting in crises and the crisis in reporting

Drei Online-Module zwischen 10. September und 2. Oktober 2021

In Krisenzeiten ist es besonders wichtig, dass die Menschen durch die Medien sachlich und umfassend informiert werden; Ereignisse müssen erklärt, sinnvoll kontextualisiert und letztlich bewertet werden. Die Verunsicherung durch Krisen und die Realität einer immer unübersichtlicheren Welt lassen das Bedürfnis nach Orientierung und Information noch größer werden.
Wir haben in der Covid-Krise – nicht nur in Deutschland – einen rasanten Anstieg des Medienkonsums erlebt, sowohl bei den Zugriffs- und Abozahlen digitaler Angebote als auch bei den hohen Einschaltquoten von Nachrichten und Sondersendungen in TV und Radio. Medienbeiträge werden besonders häufig auf sozialen Plattformen geteilt.

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