M100 @ St. Gallen Symposium: Power durch Zusammenarbeit

16. Mai 2022. Am 6. Mai 2022 nahm das M100 Sanssouci Colloquium am zweitägigen St. Gallen Symposium an der Universität St. Gallen in der Schweiz teil. Unter dem Titel „Media’s new Power: More Impact through collaborative Journalism“ („Die neue Macht der Medien: Mehr Wirkung durch kollaborativen Journalismus“) diskutierten drei Podiumsteilnehmer, die an der Spitze dieser innovativen Form des Journalismus stehen, folgende Fragen: Welche technischen, aber auch inhaltlichen Reformen sind notwendig, um unabhängigen, qualitativ hochwertigen Journalismus langfristig zu stärken? Wie kann die Finanzierung von unabhängigen Medien und Journalistennetzwerken sichergestellt werden? Wie funktionieren grenzüberschreitende, sprach- und kulturübergreifende Kooperationen? Welche Vorteile ergeben sich daraus? Wie sieht die Zukunft des kollaborativen Journalismus aus und welche Probleme können auftreten? Welche Erwartungen haben die Akteure an die Politik, um Medienvielfalt, Unabhängigkeit und Demokratie in Zukunft zu gewährleisten?

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Unser Alumni-Network: Lucian Bălănuță, Rumänien

8. Mai 2022. „Ich arbeite als Radiojournalist bei Rumäniens öffentlichem ‚Radio România Iași‘.

Am 24. Februar war ich Stunde für Stunde mit dem Ohr am Radio und habe keine einzige Nachrichtensendung verpasst. Der unprovozierte Einmarsch Russlands in die Ukraine hat auch ein akutes Informationsbedürfnis ausgelöst. Es wird immer offensichtlicher, dass seriöse Medien nicht nur Nachrichten liefern, sondern auch Fake News und Desinformationen entlarven. Dies ist eine neue Funktion der Medien –  neben Information, Bildung und Unterhaltung –, die ihren Platz in den Lehrbüchern gefestigt hat. Der Krieg hat gezeigt, wie wichtig die internationale Zusammenarbeit ist. Die M100-Alumni-Gruppe hat mir viele solcher Gelegenheiten vermittelt, und dank dieses Netzwerks ist es mir gelungen, bei der Berichterstattung über den Konflikt für die Öffentlichkeit Interpretationsfallen zu vermeiden.“

Lucian Bălănuță ist Radiojournalist sowie Assistenzprofessor an der Fakultät für Literatur, Journalismus und Kommunikationswissenschaften der Universität Universität Alexandru Ioan Cuza Iași, Rumänien. Er hat einen Doktortitel in Politikwissenschaft.

Lucian hat 2013 am M100 Young European Journalists Workshop teilgenommen. Mehr über Lucian erfahren Sie hier.

Rangliste der Pressefreiheit 2022 von Reporter ohne Grenzen: Eine neue Ära der Polarisierung

3. Mai 2022. Am heutigen Tag der Pressefreiheit hat M100-Partner Reporter ohne Grenzen die Rangliste der Pressefreiheit 2022 veröffentlicht. In keiner Region hat sich die Pressefreiheit so verschlechtert wie in Europa, besonders in Osteuropa.

Neue Krisen und Kriege sowie wiederaufgeflammte Konflikte gefährden die weltweite Pressefreiheit. Die Rangliste der Pressefreiheit 2022 zeigt, dass von ihnen nicht nur Gefahr für Leib und Leben von Medienschaffenden ausgeht – sie wurden auch von vielfältigen Repressionen begleitet, mit denen Regierungen die Informationshoheit zu gewinnen versuchen. Die gesamte Pressemitteilung lesen Sie hier.

Sara Cincurova auf Longlist des britischen One World Media Award

29. April 2022. Wir freuen uns sehr, dass Sara Cincurova, slowakische Journalistin und M100 Alumna, es auf die Longlist des britischen One World Media Award 2022 in der Kategorie New Voice Award geschafft hat!
Ausgezeichnet werden junge Filmemacher oder Journalisten bis 32 Jahre, „die im Laufe des Jahres einen wesentlichen Beitrag zum internationalen Journalismus geleistet haben, unabhängig vom Medium“.

Sara hat in den vergangenen Monaten unermüdlich aus den verschiedensten Krisengebieten berichtet, zuletzt über den Krieg in der Ukraine. Eine ihrer Geschichten für das New York Magazine, „My journey out of Ukraine“ können Sie hier lesen. Wir gratulieren herzlich und drücken die Daumen für die Shortlist!

Sara Cincurova ist Menschenrechtsjournalistin aus der Slowakei, die sich auf Migration, Menschenrechte, humanitäre Fragen und Frauenrechte konzentriert. Ihre Arbeit wurde unter anderem in The Guardian, BBC, Al Jazeera, HuffPost und The New Humanitarian veröffentlicht. Mehr über Sara erfahren Sie hier.

Podcast mit AFP-Faktencheck-Chefin Eva Wackenreuther

27. April 2022. Der Ukraine-Krieg ist für FaktencheckerInnen sinnbildlich ein Aufklärungskrieg gegen jeden, der Propaganda und Lügen verbreitet. Was läuft aktuell an der Faktencheck-Front? Dazu hat Victoria Graul, Gründerin des Podcasts „Digga Fake“ und M100 Alumna, für ihren Podcast mit Eva Wackenreuther gesprochen, die in Wien die deutschsprachige Faktencheck-Redaktion von AFP leitet.

Eva wird auch beim M100 Young European Journalists Workshop, der vom 10.-15. September zum Thema „Fake News und Desinformation“ stattfindet, einen Kurs zu dem Thema leiten. Als Mitbegründerin des ersten Fakterncheck-Blogs in Österreich „Fakt ist Fakt“ zählt Eva außerdem zu den VorreiterInnen in der dortigen Faktencheck-Community. Hier geht es zum Podcast „6 Lektionen, die wir von der Fake-News-Schlacht um die Ukraine lernen„.

„Debate and Democracy – How to successfully counter populists“

Zusammenfassung unseres Seminars mit Dr. Tobias Endler, Politikwissenschaftler und Amerikawissenschaftler, am 17. März 2022:

Der Angriff Russlands auf die Ukraine und der seither andauernde blutige Krieg hatten deutliche Auswirkungen auf den Charakter dieses Seminars. Der Krieg wird nicht nur militärisch, sondern auch über die Medien geführt: Die Information und Beeinflussung der Bevölkerung ist ein wichtiges Instrument im Krieg gegen die Ukraine. Die beiden Seiten, sowohl der Aggressor Russland als auch die angegriffene Ukraine, führen auch einen Krieg der Worte und Bilder, und während die eine Seite, Wolodymyr Selenskyj und Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko, die Bevölkerung Tag für Tag mit Worten und Bildern zum Kampf gegen den Aggressor motiviert, wendet sich die andere Seite mit Desinformation, Verboten, Vertuschung und Unterdrückung von ihrer Bevölkerung ab.
Umso aktueller war das Thema des Seminars: Mit welchen Argumenten kann man Populisten erfolgreich entgegentreten? Dazu mussten wir die unterschiedlichen Begrifflichkeiten und Perspektiven, die mit Bezeichnungen wie Demokratie, Gesellschaft und Politik verbunden sind, reflektieren und hinterfragen, so Seminarleiter Dr. Tobias Endler.

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M100 @ St. Gallen Symposium

1. April 2022. Erstmals wird M100 beim diesjährigen St. Gallen Symposium mit einem M100-Panel dabei sein.

Das St. Gallen Symposium findet am 5. und 6. Mai unter dem Titel „Collaborative Advantage“ an der Universität St. Gallen statt.

Beim M100-Panel unter dem Titel „Media’s New Power: More Impact Through Collaborative Journalism“ diskutieren Joanna Krawczyk (Leiterin der Partnerschaften der „Gazeta Wyborcza“ und Vorsitzende der Leading European Newspaper Alliance LENA, Polen), Paul Radu (Mitbegründer und Mitgeschäftsführer des Investigativnetzwerks OCCRP, Rumänien) und Mathias Müller von Blumencron (Board Member Tamedia und Mitglied des M100-Beirats) über die Herausforderungen grenz-, sprach- und kulturübergreifender Kollaborationen und was sie für die Zukunft des Journalismus bedeuten. Moderiert wird die Runde von der TV-Journalistin und M100-Beiratsmitglied Astrid Frohloff.

Das Panel findet am Freitag, dem 6. Mai von 15:30-16:30 Uhr statt.

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M100 Alumnus Piotr Drabik: „Grenzüberschreitender Journalismus ist wichtiger denn je“

27. März 2022. „Grenzüberschreitender Journalismus ist wichtiger denn je und wird immer wichtiger“, sagt Piotr Drabik, polnischer Journalist, leidenschaftlicher Anhänger des grenzüberschreitenden Journalismus und M100 Alumnus. „Gerade in Zeiten, in denen Demokratie und Pressefreiheit so bedroht sind wie jetzt und sich immer mehr Fake News verbreiten, können grenzüberschreitende Koalitionen von Journalisten und Medienhäusern die freie, faktenbasierte Berichterstattung stärken.“

Piotr ist Journalist und Redakteur im Nachrichtenteam bei Radio ZET in Warschau, einem der größten kommerziellen Radiosender in Polen und hat in den letzten Jahren mit vielen Journalisten, hauptsächlich aus europäischen Ländern, zusammengearbeitet.

Bei Radio ZET berichtet er über aktuelle Ereignisse, nationale Politik und Außenbeziehungen. Im Jahr 2020 arbeitete er für Reporters in the Field von n-ost, für die er einen Artikel über den Aufbau grenzüberschreitender Teams schrieb. Im selben Jahr nahm er an einer Studienreise zu Flüchtlingslagern in Griechenland mit der Minority Rights Group teil. In den letzten Wochen begann Piotr eine Zusammenarbeit mit The European Network mit dem ersten Op-Ed „Putins Paranoia“.

Piotr hat 2018 am M100 Young European Journalists Workshop in Potsdam teilgenommen.

Twitter: @piotrdrabik

M100YEJ: Der Umgang mit Fake News und Desinformation

25. März 2022. „Journalistische Unparteilichkeit in Zeiten des Krieges – Der Umgang mit Fake News und Desinformation“ lautet das Thema des diesjährigen M100 Young European Journalists Workshop (M100YEJ), der vom 10. bis 15. September in Potsdam und Berlin stattfindet.

Fake News haben Auswirkungen auf unsere Gesellschaft, unsere Politik, unsere Wirtschaft, auf die Demokratie, die Meinungs- und Pressefreiheit und auf unsere Sicherheit.

Der Angriff Russlands auf die Ukraine, der schon lange im Vorfeld von russischer Seite durch gezielte Falschinformationen vorbereitet wurde und auch im Krieg eine große Rolle spielt, zeigt dies in besonders drastischer Weise. Hier wird, parallel zum militärischen Krieg mit all seinem Leid und Schrecken, auch ein verbitterter Informationskrieg geführt, ein Krieg um Bilder, Emotionen, Deutungshoheit und Wahrheit.

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M100 SC 2022: Krieg und Frieden. Eine neue Weltordnung

Donnerstag, 15. September 2022, Orangerie Sanssouci, Potsdam

23. März 2022. Der militärische Angriff Russlands auf die Ukraine bedeutet eine Epochenwende. Nicht nur für Europa, sondern für die gesamte Welt. Die brutale Invasion ist der größte kriegerische Konflikt auf dem europäischen Kontinent seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs mit enormen Folgen für Geopolitik, Wirtschaft, Demokratie, Gesellschaft und Umwelt.

Aufbau und Erweiterung der EU wurden von westlicher Seite von einem über 30 Jahre dauernden „Friedensmythos“ begleitet, der am 24. Februar 2022 ein jähes Ende fand. Dieser Schock wird lange durch die Gesellschaft vibrieren und tiefgreifende Folgen haben.

Nach dem von Francis Fukuyama prognostizierten „Ende der Geschichte“ bedeutet es die erste große historische Zäsur nach Wiedervereinigung und Ende des Kalten Krieges, das Ende des erhofften immerwährenden Friedens in Europa, das Ende des erhofften „Wandel durch Handel“, das Ende des 1975 durch die Schlussakte von Helsinki begründeten europäischen Sicherheitssystems. Es ist das Ergebnis einer jahrelangen „resignativen Unentschlossenheit des Westens gegenüber einem Russland, das alle Regeln übertritt und sämtliche Werte missachtet“ (Herfried Münkler).

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