Agron Bajrami: Unser Colloquium

Zehn Jahre lang war Agron Bajrami, Chefredakteur von Koha Ditore, regelmäßiger Gast des M100 Sanssouci Colloquiums. Nach 27 Jahren an der Spitze der größten Tageszeitung des Kosovo wurde er nun für den Posten des Botschafters des Kosovo im Königreich Belgien nominiert. Dazu gratulieren wir ihm herzlich und wünschen ihm in seiner neuen Position viel Erfolg und alles Gute. Wie er das M100 Sanssouci Colloquium erlebt und was es ihm bedeutet hat, hat er hier für uns aufgeschrieben:

„Im Laufe der Jahre – seit 2010 – hatte ich das große Vergnügen und den Vorzug, am M100 Sanssouci Colloquium teilzunehmen. Ich habe an vielen Diskussionen teilgenommen, die zumeist im Orangerieschloss stattfanden und den perfekten Rahmen für Gespräche über die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft boten, wobei europäische Fragen, globale Themen und demokratische Grundsätze im Mittelpunkt jedes Gesprächs standen.

Und jedes Mal, wenn ich Potsdam verließ, kehrte ich erleuchtet nach Hause zurück, mit einem tieferen Verständnis für die Probleme, mit denen wir konfrontiert sind, sowohl als Medien als auch als Gesellschaften, hier am Rande Europas und des Westens – wo der Balkan liegt, nicht nur geografisch gesehen.

Die Bedeutung des M100 Sanssouci Colloquiums hat im Laufe der Jahre zugenommen, nicht nur wegen der aktuellen Themen, die wir auf Schloss Sanssouci (und an einigen anderen prächtigen Orten) behandeln, sondern auch, weil wir dort eine großartige Mischung aus Medien, Politik, Diplomatie und Wissenschaft haben, die verschiedene geographische und politische Einheiten der freien, demokratischen Welt repräsentieren.

Ein weiteres, sehr wichtiges und sehr effektives Merkmal von M100 ist der M100 Media Award, mit dem Personen und Organisationen ausgezeichnet werden, die sich für Meinungsfreiheit und freie und demokratische Gesellschaften einsetzen, wie Bernard Kouchner, Bob Geldof, Kurt Westergaard oder Roberto Saviano, um nur einige zu nennen.

Die jüngste Veranstaltung im Schlosstheater des Neuen Palais, bei der wir gemeinsam die Arbeit und das Engagement von Alexei Nawalny gewürdigt haben, war der letzte dieser Schritte, die das Sanssouci Colloquium so besonders und wichtig machen – denn es dient nicht nur dazu, die wichtigen Themen, mit denen wir gemeinsam konfrontiert sind, zu benennen und anzusprechen, sondern auch dazu, das Bewusstsein für die Gefahren und Bedrohungen für Freiheit und Demokratie zu schärfen, denen wir uns stellen müssen, und bietet eine Plattform, um alle fortschrittlichen Kräfte für den entscheidenden Kampf um die Zukunft von Freiheit und Demokratie zu vereinen.“