Roberto Saviano 2016

Roberto Saviano

Schriftsteller und Journalist
Italien

Roberto Saviano veröffentlichte vor zehn Jahren den journalistischen Roman „Gomorrha. Reise in das Reich der Camorra“(„Gomorra – Viaggio nell’impero economico e nel sogno di dominio della camorra“). Darin beschreibt er detailliert die Praktiken des organisierten Verbrechens und dessen Vernetzung mit legalen Wirtschaftsstrukturen und der Politik und nennt offen die Namen der Beteiligten. Das Buch, für das er jahrelang verdeckt als Hafenarbeiter gearbeitet hat, machte den damals erst 26-Jährigen schlagartig berühmt. Es wurde in 51 Sprachen übersetzt, fürs Kino verfilmt  (®Oscar-Nominierung in der Kategorie „Bester ausländischer Film“) und als TV-Serie verfilmt. Saviano schrieb weitere Bücher über die Mafia, unter anderem „Das Gegenteil von Tod“, „Der Kampf geht weiter: Widerstand gegen Mafia und Korruption“ und „Zero Zero Zero. Wie Kokain die Welt beherrscht“, das Anfang 2014 erschien.

Seit der Veröffentlichung werden Saviano und seine Familie von der Mafia bedroht. Er steht unter Polizeischutz und muss ein Leben im Untergrund führen. Damit teilt Saviano das Schicksal einer wachsenden Zahl von Journalisten in Europa und weltweit, die aufgrund ihrer Arbeit bedroht, eingesperrt, gefoltert oder umgebracht werden.

„Durch seine Recherchen über die Mafia hat sich Roberto Saviano verletzlich gemacht, seinen Mut hat er mit einem Leben im Unsichtbaren bezahlt“, so ZEIT-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo, der die Laudatio hält. „Die Anerkennung, die er mit diesem Preis erfährt, ist deshalb ungemein wichtig: Sie bietet einen gewissen Schutz gegen die Attacken und Drohungen, die Saviano schon fast gewohnt ist – und sie zeigt nicht nur ihm, sondern all denjenigen, die unter Gefahr für Leib und Leben unangenehme Wahrheiten aussprechen, dass ihre Arbeit nicht umsonst ist!“

Hauptrede: Dr. Angela Merkel
Laudatio: Giovanni di Lorenzo
Dankesrede: Roberto Saviano