Preisverleihung des M100 Media Award 2019 an Nicola Sturgeon

Nicola Sturgeon

Regierungschefin
Schottland

Laudatio: Armin Laschet, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen
Hauptrede: Dr. Wolfgang Schäuble, Bundestagspräsident
Dankesrede: Nicola Sturgeon, Erste Minsterin Schottlands

Die internationale Medienkonferenz M100 Sanssouci Colloquium zeichnet Nicola Sturgeon, die Erste Ministerin Schottlands, für ihr Eintreten gegen den Brexit und ihr Engagement für den Zusammenhalt der Europäischen Union mit dem M100 Media Award aus.

Mit der Verleihung des diesjährigen M100 Media Award am Abend des 17. Septembers in der Orangerie von Schloss Sanssouci in Potsdam stellt sich der M100 Beirat ausdrücklich hinter Nicola Sturgeons verantwortungsethisches Eintreten gegen einen Brexit und verleiht seinem Wunsch nach nachhaltig engen Beziehungen zwischen Großbritannien und der Europäischen Union im Dienste des europäischen Einigungsprozesses Ausdruck.

Mit Boris Johnson als Premierminister droht ein No-Deal-Brexit. Die größte britische Oppositionspartei Labour und ihr Chef Jeremy Corbyn haben keinen eindeutigen Brexit-Kurs. In den gegenwärtigen chaotischen, politischen Zeiten für Großbritannien und Schottland hebt sich Sturgeon als Politikerin mit eindeutig pro-europäischer Haltung ab.

Im Zuge innerbritischer Angelegenheiten und Wahlkampagnen wie dem schottischen Unabhängigkeitsreferendum 2014 hat sich Sturgeon als eine starke und leidenschaftliche Pro-Europäerin und Demokratin behauptet, ohne die Regeln eines faktengeleiteten demokratischen Diskurses zu missachten oder in plumpen Populismus zu verfallen.

Die Laudatio auf Nicola Sturgeon hält der Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet: „Nicola Sturgeon ist eine wichtige Stimme der Vernunft in einer Zeit, in der die politische Diskussion leider zu oft von Unsachlichkeit und kurzfristigem Denken geprägt ist. Als überzeugte Europäerin sendet Nicola Sturgeon starke Signale des Zusammenhalts und der politischen Räson von Schottland aus nach Europa und in die Welt. Sie steht für die Stärke der Regionen und die wachsende Bedeutung regionaler Zusammenarbeit in Europa. Mit dem M100 Media Award wird ihr Engagement für ein geeintes Europa zu Recht gewürdigt.“

Der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Potsdam, Mike Schubert, betont als Vorsitzender des M100 Beirats: „Nicola Sturgeon ist eine starke Politikerin und leidenschaftliche Europäerin. Sie hat nicht nur die Fahne Schottlands hochgehalten, sondern in schwieriger Zeit den Brexit-Protagonisten die Stirn geboten. Dafür gilt meine ganze Hochachtung. Ihre Stimme wird wahrgenommen, wenn es um die Frage der europäischen Identität geht. Sie ist eine würdige Preisträgerin.“

Kein anderer Landesteil Großbritanniens hat mit so überwältigender Mehrheit gegen den Brexit gestimmt wie Schottland – das ist vor allem der Verdienst Nicola Sturgeons, die um den Wert des Friedensprojektes Europäische Union weiß und sich mit aller Macht gegen die populistische Leave-Kampagne gestemmt hat und weiter stemmt!“, begründet der M100-Beirat Kai Diekmann, Gründer von Storymachine, die diesjährige Entscheidung.

M100-Beirätin Astrid Frohloff, TV-Moderatorin und Journalistin beim rbb Fernsehen, über die Auszeichung: „Sie legt sich gerne an mit mächtigen Gegnern: ‚Ich bin bereit, Premierminister‘, schrieb Nicola Sturgeon an die Adresse Boris Johnsons gewandt unter ein Foto, auf dem sie lachend eine Wikingeraxt schwingt. Eine Szene, die viel aussagt über die schottische Regierungschefin. Mit Mut und Scharfsinn stemmt sie sich gegen den Brexit. Sie ist das Gesicht der schottischen Unabhängigkeitsbewegung. Ihre Fangemeinde ist groß. Beim EU-Referendum 2016 stimmte Schottland FÜR den Verbleib in der EU. Mit großer Beharrlichkeit wehrt die schottische Regierungschefin seitdem Angriffe der Brexiteers ab. Dass sie sich für einen Verbleib in der EU stark macht, dafür gebührt ihr Anerkennung und Dank. Europa braucht unerschrockene Politiker wie sie.“

Nicola Sturgeon sei eine „Stimme der Vernunft in einer völlig überhitzten und selbstzerstörerischen Debatte“, begründet M100-Beirat Mathias Müller von Blumencron, Chefredakteur des Tagesspiegels, die Preisvergabe.

M100-Beirat Christoph Lanz, Head of Board von Thomson Media, betont die Relevanz der Auszeichnung im Jubiläumsjahr von M100: Überzeugend, leidenschaftlich, vernunftbetont und pragmatisch: Nicola Sturgeon vereint alle diese Eigenschaften in ihrer Person. Sie ist nicht nur eine der populärsten politischen Köpfe Europas, sondern eine großartige Stimme für ein geeintes Europa. M100 ist stolz auf diese Preisträgerin im 15. Jahr des Bestehens des M100 Sanssouci Colloquium.

„Sturgeon ist eine engagierte Kämpferin für ihre nationale Sache und Europäerin zugleich. Und dies nicht allein aus strategischem Kalkül heraus sondern aus Überzeugung. Vor allem ist sie eine leidenschaftliche Demokratin. Somit steht sie, unabhängig vom Ausgang der schottischen Unabhängigkeitsbestrebungen, beispielhaft für das, was die EU ausmacht“, meint M100-Beirat Dr. Leonard Novy, Direktor des Instituts für Medien- und Kommunikationspolitik.

M100-Beirat Stephan-Andreas Casdorff, Herausgeber des Tagesspiegels, würdigt die besondere Haltung Sturgeons: „Diese Schottin spart an nichts, nicht an Engagement für Europa, nicht an Mut, Brexiteers ihre Grenzen aufzuzeigen. Eine ausgezeichnete Haltung. Brave heart – wem das nicht imponiert!“