M100 Media Award 2018 mit Deniz Yücel und Christian Lindner

Preisträger & Reden

2018:
Deniz Yücel

Als Türkei-Korrespondent der WELTN24-Gruppe hat Deniz Yücel mit seiner unbequemen Berichterstattung, u.a. über den Kurdenkonflikt und Korruption in Regierungskreisen, den Unmut des Erdogan-Regimes auf sich gezogen. Ins Visier der Justizbehörden geriet er Ende 2016, nachdem er in der WELT über eine Hacker-Attacke auf den Energieminister und Erdogan-Schwiegersohn Berat Albayrak berichtet hatte. Die E-Mails, in denen es u. a. um Verbindungen zwischen der türkischen Regierung und der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) ging, waren oppositionellen Medien zugespielt worden. Wegen angeblicher „Terrorpropaganda“ wurde Yücel anschließend verhaftet und in Untersuchungshaft genommen. Aber auch unter dem Druck seines einjährigen Gefängnisaufenthalts hat sich Yücel weder Denk- noch Sprechverbote erteilen lassen. Die Auszeichnung ist gleichzeitig auch eine Erinnerung an all jene, deren Freilassung noch aussteht

Eröffnungsrede: Jann Jakobs
Hauptrede: Christian Lindner
Laudatio: Ines Pohl
Dankesrede: Deniz Yücel

 

2017:

Natalja Sindejewa

Nachdem die russische Journalistin und Medienmanagerin Natalaja Sindejewa für mehrere TV-Shows und Radioprogramme als Producerin und Finanzchefin gearbeitet hat, gründete sie 2010 mit „Doshd-TV“ (Englisch: Rain-TV) den einzigen unabhängigen Fernsehsender Russlands, in dem – im Gegensatz zu der Mehrzahl der regierungsnahen Medien in Russland – auch regierungskritische Stimmen zu Wort kommen. 2011 erreichte „Doshd“ internationale Aufmerksamkeit, als er als einziger russischer Sender umfangreich über die Proteste nach den russischen Parlamentswahlen 2011 berichtete. In den letzten Jahren wurden Sindejewa und ihre Mitarbeiter immer stärker unter Druck gesetzt. Mittlerweile ist „Doshd“ aus allen Kabel- und Satellitennetzen entfernt worden und ist nur noch im Internet empfangbar. Werbekunden springen auf Druck der russischen Regierung reihenweise ab, und der Mietvertrag für das Studio wurde gekündigt. Für Natalja Sindejewa kein Grund, ihren, wie sie selbst sagt, „Optimistic Channel“ aufzugeben – im Gegenteil.

WillkommensredeJann Jakobs
Laudatio: Tanit Koch
Dankesrede: Natalja Sindejewa

 

2016:

Roberto Saviano

Seit der Veröffentlichung seines ersten Buchs “Gomorrah: Reise in das Reich der Camorra” werden Roberto Saviano und seine Familie von der Mafia verfolgt und müssen im Untergrund leben, beschützt von Polizei und Bodyguards. Trotzdem hört er nicht auf, Bücher und Artikel über die Mafia und ihre Verwicklungen in Politik und Gesellschaft zu schreiben. Sein Engagement, sein Mut und die Einschränkungen, unter denen er seit Jahren leidet,  verdienen höchsten Respekt. Der M100 Media Award zeigt, dass die Lebensgefahr, die Saviano auf sich nimmt und sein Mut, die unbequeme Wahrheit auszusprechen, nicht vergeblich sind.

Hauptrede: Dr. Angela Merkel
Laudatio: Giovanni di Lorenzo
Dankesrede: Roberto Saviano

 

 

2015:

Charlie Hebdo

Der Leidensweg von Charlie Hebdo ist von epochaler Bedeutung. Die freie Welt muss Solidarität mit den Opfern zeigen. Meinungs- und Pressefreiheit sind für jede Demokratie essentiell und müssen unter allen Umständen verteidigt werden.

Hauptrede: Frank-Walter Steinmeier
Laudatio: Ferdinand von Schirach
Dankesrede: Gérard Biard

 

 

2014:

Vitali Klitschko

Vitali Klitschko wird mit dem Media Award als Vertreter aller demokratischen Bewegungen in der Ukraine ausgezeichnet sowie für seinen Mut und sein Durchhaltevermögen bei der Stärkung des weltweiten Bewusstseins für den Fortschritt durch die Maidan Demonstrationen.

Hauptrede: Martin Schulz
Laudatio: Sebastian Kurz
Dankesrede: Roberto Saviano

 

 

YanukovychLeaks

YanukovychLeaks wird für seine herausragende Leistung bei der Rettung, Systematisierung, Analyse und Veröffentlichung der umfangreichen Anzahl an Dokumenten des ehemaligen Präsidenten der Ukraine ausgezeichnet, wodurch die Korruption seiner Regierungszeit transparent wurde.

Laudatio: Christopher Walker
Dankesrede: Natalie Sedletzka

 

 

2013:

Erdem Gündüz

Erdem Gündüz wird für seinen mutigen Einsatz bei der Aufrechterhaltung von Menschenrechten und Meinungsfreiheit honoriert. Der Titel seiner Performance “The Standing Man” hat ihn zu einer Ikone des friedlichen Widerstands gemacht und inspiriert Anhänger aus der ganzen Welt.

Hauptrede: Robert Menasse
Laudatio: Shermin Langhoff
Dankesrede: Erdem Gündüz

 

 

2012:

Mario Draghi

Mario Draghi wird für sein Engagement beim Lösen der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise bei der Europäischen Zentralbank (EZB), der Aufrechterhaltung der Preisstabilität in der Eurozone, die Unabhängigkeit der EZB  und für seinen Beitrag zu einer stabileren institutionellen Rahmen für die Wirtschafts- und Währungsunion in Europa geehrt.

Hauptrede: Dr. Wolfgang Schäuble
Laudatio: Dr. Paul Achleitner
Laudatio: Luca di Montezemolo
Dankesrede: Mario Draghi

 

 

2011:

Michael Anti

Michael Anti erhält den Preis wird für seinen mutigen, unerschütterlichen und vorbildlichen Einsatz für Presse- und Meinungsfreiheit und für seinen mutigen Kampf gegen Zensur und Korruption.

Dankesrede
Hauptrede: Sihem Bensedrine
Laudatio: Dr. Peter Frey und Thomas Osterkorn

 

 

Lord Weidenfeld (Ehrenpreis)

Lord Weidenfelds Lebenswerk hat wesentlich zum Brückenbau zwischen verschiedenen Kulturen und Religionen, zur Völkerverständigung und der kontinuierlichen Verteidigung der Freiheit beigetragen.

Laudatio: Dr. Wolfgang Schüssel
Dankesrede: Lord Weidenfeld

 

 

2010:

Kurt Westergaard

In Anerkennung für sein unzähmbares Engagement für Meinungs- und Pressefreiheit, seinen Mut, ungeachtet der Androhung von Tod und Gewalt für seine demokratischen Werte einzustehen.

Hauptrede: Dr. Angela Merkel
Laudatio: Joachim Gauck
Dankesrede: Kurt Westergaard

 

 

2009:

Hans-Dietrich Genscher

In Anerkennung seiner Leistung für die Völkerverständigung, seinem beharrlichen Engagement im Kampf für Gerechtigkeit und Freiheit und seiner wesentlichen Rolle bei der Überwindung der deutschen und europäischen Spaltung.

Hauptrede: André Azoulay
Laudatio: Dr. Marek Prawda
Dankesrede: Hans-Dietrich Genscher

 

 

2008:

Ingrid Betancourt

In ihrer Rolle als Vorkämpferin für Demokratie, Menschenrechte und in ihrem entschiedenen Stand gegen Diktatur und Unmenschlichkeit gewann Ingrid Betancourt weltweite Anerkennung. Als Gefangene einer terroristischen Guerillagruppe in ihrer Heimat Kolumbien erfuhr sie Verhaftung und Folter am eigenen Leibe. Nach Ihrer Befreiung aus der Geiselhaft wenige Wochen vor ihrer Auszeichnung für den Media Award 2008 führt sie couragiert und unerschrocken ihre Mission fort. Ihre Botschaft und ihr Beispiel sind ebenso wichtig für Europa wie für die gesamte demokratische Welt.

Hauptrede: André Azoulay
Laudatio: Marek Prawda
Dankesrede: Ingrid Betancourt

 

 

2007:

Bob Geldof

In Anerkennung seines persönlichen Verdienstes bei der humanitären Hilfe und besonders in der Armuts- und Krankheitsbekämpfung in Afrika.

Hauptrede: Dr. Wolfgang Schäuble
Laudatio: Giovanni di Lorenzo
Dankesrede: Bob Geldof

 

 

2006:

Dr. Bernard Kouchner

Mit seinem Einsatz hat er die Medien in Europa für die Not der Menschen weltweit sensibilisiert. Als Europäer hat er gezeigt, dass Europa sich seiner Verantwortung gegenüber dem humanitären Leid der Welt bewusst ist. In seiner Rolle als Sonderbeauftragter der UN im Kosovo hat er sich verdient gemacht durch den Wiederaufbau eines friedlichen Balkans.

Dankesrede: Dr. Bernard Kouchner
Hauptrede: Dr. Angela Merkel

 

2005:

Lord Norman Foster

Hauptrede: Prof. Hubert Burda
Laudatio: Prof. Dr. Wilhelm Vossenkuhl
Dankesrede: Lord Norman Foster