Ferdinand von Schirach hält anlässlich der Verleihung des M100 Media Award an das französische Satiremagazin Charlie Hebdo die Laudatio.

Ferdinand von Schirach web

Der M100 Media Award wird am 17. September im Anschluss an die internationale Medienkonferenz M100 Sanssouci Colloquium in der Orangerie von Sanssouci in Potsdam verliehen. Gérard Biard, Chefredakteur des Magazins, wird die Auszeichnung entgegen nehmen.
Sie steht für Verdienste um den Schutz der freien Meinungsäußerung und die Vertiefung der Demokratie sowie für besondere Leistungen um die europäische Verständigung und Kommunikation. Die freie Welt müsse sich in jeder Weise solidarisch mit den Opfern zeigen, so die Begründung des M100-Beirats für die diesjährige Wahl. Presse- und Meinungsfreiheit seien konstitutiv für jede Demokratie. Die gelte es unter allen Umständen zu verteidigen.
Eingeleitet wird die Preiszeremonie von Außenminister Frank-Walter Steinmeier, der die politische Hauptrede des Abends spricht. Begrüßt werden die etwa 200 geladenen Gäste vom Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Potsdam, Jann Jakobs.

Am 7. Januar 2015 wurden bei einem Terroranschlag auf das Redaktionsbüro von Charlie Hebdo in Paris 12 Menschen, darunter acht Mitarbeiter von Charlie Hebdo einschließlich des Herausgebers Stéphane Charbonnier, von zwei islamistisch motivierten Tätern ermordet. Seitdem stehen die verbliebenen Redakteure und Mitarbeiter unter Personenschutz. Einige Karikaturisten haben mittlerweile ihren Job aus Angst vor weiteren Anschlägen aufgegeben und die Redaktion verlassen.

„Wenn wir die Freiheit verlieren, verlieren wir alles.“ (Ferdinand von Schirach)

 

Ferdinand von Schirachs Erzählungsbände „Verbrechen“ und „Schuld“ sowie seine Romane „Der Fall Collini“ und „Tabu“ wurden zu millionenfach verkauften internationalen Bestsellern, die bisher in 40 Ländern erschienen sind. Zurzeit steht „The Girl Who Wasn´t There“, die englischsprachige Fassung von „Tabu“, auf Platz 1 der Bestsellerliste der TIMES (The Times Saturday Review). In Japan wurde eine Theateradaption von „Tabu“ mehrere Wochen im Nationaltheater gespielt, alle Vorstellungen waren ausverkauft. Am 3. Oktober 2015 wird sein Theaterstück „Terror“ gleichzeitig am Deutschen Theater Berlin und am Schauspiel Frankfurt uraufgeführt, 15 weitere deutsche Bühnen beabsichtigen das Stück in der Saison 2015/2016 herauszubringen. Die Filmrechte sind bereits verkauft.
„Verbrechen“ und „Schuld“ wurden als Primetime-Serie im ZDF gezeigt. Eine dritte Staffel ist gerade in Vorbereitung, weitere Kinofilme sind angekündigt. Schirach wurde mit mehreren – auch internationalen – Literaturpreisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Kleist-Preis und dem japanischen Honya Taishō.

Der SPIEGEL nannte ihn einen „großartigen Erzähler“, Die NEW YORK TIMES einen „außergewöhnlichen Stilisten“, der INDEPENDENT verglich ihn mit Kafka und Kleist, der DAILY TELEGRAPH schrieb, er sei „eine der markantesten Stimmen der europäischen Literatur“. Seinen Erfolg erklärt die französische LIBÉRATION so: „Schirachs Meisterleistung ist, uns zu zeigen, dass – egal wie monströs dessen Taten zunächst scheinen mögen – ein Mensch doch immer ein Mensch ist.

 

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A visual summary of the M100 Sanssouci Colloquium 2016 "WAR OR PEACE, The return of geopolitics, disintegration and the radicalisation of society in Europe" and the M100 Media Award to the italian author Roberto Saviano. Political keynote: Federal Chancellor Dr Angela Merkel, laudation: Giovanni di Lorenzo (die Zeit)