M100YEJ 2017

Die M100YEJ Teilnehmer stehen fest!

Potsdam, 16. Juli 2018. Über 70 hochqualifizierte junge Journalistinnen und Journalisten aus Europa, den Ländern der Östlichen Partnerschaft (Armenien, Aserbaidschan, Belarus, Georgien, Moldau und Ukraine) sowie aus Russland haben sich für den M100YEJ 2018 beworben. Die 25 ausgewählten Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartet ein vielseitiges Programm an der Schnittstelle von Webvideo, sozialen Netzwerken und politischer Bildung.

Unsere Journalisten aus postsowjetischen Ländern motiviert vor allem die große Chance von sozialen Medien in ihren Heimatländern. Die wenigen unabhängigen Journalisten oder journalistischen Medien in den Ländern der Östlichen Partnerschaft und Russland stehen unter starkem politischen und ökonomischen Druck. Nur soziale Medien bieten ihnen Raum für unabhängigen Journalismus und eine freie Meinungsbildung fern von einseitiger regierungsnaher Medienberichterstattung. Gleichzeitig ermöglichen sie die freie Bildung und Organisation von politischen Gruppierungen.

Deshalb ist unserer Teilnehmerin Amaliya (23) aus Armenien bewusst, dass die Proteste in Armenien, die kürzlich dem Oppositionsführer Nikol Pashinyan zur Regierungsübernahme verholfen haben, vor allem auch den sozialen Medien zu verdanken sind. Sie möchte daher politische Bildung in Armenien besonders fördern, um die Jugend mehr für Propagandainhalte zu sensibilisieren und Demokratiebestrebungen in ihrem Land weiter zu fördern.

Auch Narana (28) aus Aserbaidschan weiß, was es bedeutet, als Journalistin in einem Land mit stark eingeschränkter Pressefreiheit aktiv zu sein. Die Medienplattform, für die sie sich engagiert, organisiert sich ausschließlich über soziale Medien und besitzt ein anonymes Netzwerk, das Journalisten vor der Verfolgung schützen soll. Im Webvideo sieht sie ein weiteres wichtiges Instrument, durch das sie noch mehr Menschen erreichen und bewegen kann.

Unsere europäischen Teilnehmer sorgen sich mehr um die Gefahren sozialer Medien. Sie fürchten die Verbreitung von Fake News und Propaganda und eine einseitige Informationsaufnahme durch Algorithmen, wodurch rechtspopulistische und antidemokratische Bewegungen weiterhin an Befürwortung erhalten könnten.

Daher möchte Niels (24) aus Belgien unseren Workshop vor allem nutzen, ein Projekt auf die Beine zu stellen, das die Jugend für die Europäische Union begeistert und über die zahlreichen Nachteile von nationalistischen Alleingängen aufklärt.

Iulian (26) aus Rumänien möchte in seinem Projekt die Medienkompetenz von Jugendlichen fördern und jungen Menschen beibringen, Fake News von zuverlässiger Berichterstattung abzugrenzen. Gleichzeitig findet er es wichtig, die Jugend wieder für Politik zu begeistern und möchte daher bei unserem Workshop alternative Ansätze im Journalismus erlernen.

Ziel des Workshops ist es, dass Konzepte für Plattformen entwickelt werden, die den europäischen Gedanken ebenso wie Meinungs- und Pressefreiheit stärken. Im Idealfall werden unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Projekte in ihren Heimatländern umsetzen und einen Multiplikationseffekt für gemeinsame demokratische Werte erzielen. Unterstützt werden die jungen Journalistinnen und Journalisten von Experten aus dem Bereich Online-Video und von prominenten Social Media Influencern. Der Workshop findet in Kooperation mit dem crossmedialen Community-Sender Alex Berlin statt. Am Ende des 6-tägigen Trainings werden die Ergebnisse bei einem Pitch vorgestellt und die besten Webvideos bei Alex Berlin online veröffentlicht. Zum Abschluss nehmen die jungen Journalistinnen und Journalisten an der internationalen Medienkonferenz M100 Sanssouci Colloquium teil, die am 18. September über 60 internationale Chefredakteure, Historiker und Vertreter politischer Organisationen nach Potsdam einlädt, um über das neue transatlantische Verhältnis, Europas Agenda für das postamerikanische Zeitalter und die Rolle der Medien zu diskutieren.

Der M100YEJ wird vom Auswärtigen Amt und dem National Endowment for Democracy (NED) gefördert. Kooperationspartner sind Alex Berlin, European Youth Press, Chai Khana, Press Club Belarus, Medieninnovationszentrum Babelsberg (MIZ), Orange Magazine und dem Verein Junger Journalisten in Armenien.