Der Potsdamer M100 Young European Journalists Workshop (9.-15. September 2016) vermittelt Nachwuchsjournalisten aus Europa und Ländern der Östlichen Partnerschaft Techniken und Herausforderungen investigativer Recherche.

„Korruption und Geldwäsche ist allen Entwicklungsländern gemein“, schreibt die 25-jährige Sonya. „Armenien bildet da keine Ausnahme.“  Es gäbe eine Menge Oligarchen in ihrem Heimatland, viele seien im Offshore-Geschäft verwickelt und tauchen auch immer wieder in Skandalen rund um diese Geschäfte auf. Armenische Journalisten, so Sonya, verfügen oft nicht über die Möglichkeiten investigativer Recherche oder werden verfolgt.“ „Auch wenn es heißt, Presse- und Meinungsfreiheit in Armenien würden funktionieren, kann in Wirklichkeit nicht eine einzige Information veröffentlicht werden.“
In Aserbaidschan sieht es nicht anders aus. Meistens wäre es für Journalisten unmöglich, Quellen zu den Themen zu finden, an denen sie arbeiten, so die 23-jährige Aynur aus Baku. Würde man zum Beispiel Fakten über Korruption in einem staatlichen Unternehmen suchen, würde man niemanden finden, der die Fakten bestätigt, weil sie Angst haben, ihren Job zu verlieren oder dass ihre Familie bedroht wird.

Sonya und Aynur sind zwei von 25 jungen Journalistinnen und Journalisten aus 14 Ländern, die in diesem Jahr für die Teilnahme am M100 Young European Journalists Workshop in Potsdam ausgewählt worden sind. 15 kommen aus den Ländern der Östlichen Partnerschaft (Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Ukraine) und aus Russland, 10 aus weiteren europäischen Ländern, u.a. Großbritannien, Italien, Ungarn, Slowakei und Schweiz.

Potsdam, 6. Juli 2016. Anlässlich der Verleihung des diesjährigen M100 Media Award spricht Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel am Abend des 15. September in Potsdam die politische Hauptrede.

Merkel

Der M100 Media Award wird jedes Jahr im Rahmen der internationalen Medienkonferenz M100 Sanssouci Colloquium an Persönlichkeiten vergeben, die „Fußspuren“ in der Welt hinterlassen haben und sich für Demokratie, Meinungs- und Pressefreiheit einsetzen. Bisherige Preisträger sind unter anderem das französische Satiremagazin Charlie Hebdo, Vitali Klitschko und Kurt Westergaard.

Der diesjährige Preisträger wird zeitnah bekannt gegeben.

Bundeskanzlerin Merkel nimmt nach 2006 und 2010 bereits zum dritten Mal am M100 Sanssouci Colloquium teil.

Beim M100 Sanssouci Colloquium diskutieren in diesem Jahr unter dem Titel „Krieg oder Frieden“  rund 60 Chefredakteure, Historiker und Politiker aus vielen Ländern Europas über die Rückkehr der Geopolitik, die europäische Desintegration, die Radikalisierung der Gesellschaft und die Rolle und Verantwortung der Medien in Europa.

Potsdam, 27. Juni 2016. „Krieg oder Frieden“ lautet der Titel des diesjährigen M100 Sanssouci Colloquiums, das am 15. September Chef- und leitende Redakteure, Publizisten, Politiker und Historiker aus ganz Europa zum 12. Mal nach Potsdam einlädt. Rund 60 Teilnehmer diskutieren in der Orangerie von Sanssouci über die Rückkehr geopolitischer Handlungsstrategien, die schleichende europäische Desintegration, die zunehmende Radikalisierung westlicher, nahöstlicher und anderer Gesellschaften sowie über die Rolle und Verantwortung der Medien in diesen Entwicklungssträngen.Diner 2

Eröffnet wird die Konferenz von dem renommierten Historiker Professor Dr. Dan Diner, der an der Hebräischen Universität Moderne Geschichte lehrt und zwischen 1999 und 2014 Direktor des Simon-Dubnow-Instituts für Jüdische Geschichte und Kultur an der Universität Leipzig war.

„Die Wiederkehr von längst vergangen geglaubten Mustern geo- wie gedächtnispolitischen Denkens wirft lange Schatten auf gegenwärtige wie zukünftige Konstellationen internationaler Politik“. So umreißt Diner den Inhalt seiner Keynote. „Diese Schatten weisen wenig erbauliche Konturen des 19. Jahrhunderts auf. Jedenfalls scheinen die konflikthaften Schütterzonen europäischer Politik wieder aufzubrechen – vor allem von Osten her, aber auch der Zentrifugalkräfte wegen, die die Europäische Union von innen her zu ergreifen scheinen. Die vom Brexit ausgehenden Erschütterungen hallen durch Europa. Hinzu tritt eine neue-alte „Orientalische Frage“ sowie die Suche Russlands nach sich selbst, ebenso wie die zentrale Rolle Deutschlands  – und dies vor dem Hintergrund eines schleichenden Rückzugs Amerikas vom Alten Kontinent. Dies sind Szenarien, die zu einem langfristig ausgerichteten Nachdenken einladen.“

Ein honorarfreies Foto von Prof. Dr. Dan Diner finden Sie hier: http://www.m100potsdam.org/presse.html

Potsdam, 14. Juni 2016. Wir freuen uns sehr auf den diesjährigen M100 Young European Journalists Workshop, der vom 10. bis 15. September unter dem Titel “Investigativer Journalismus – Ziele, Techniken und spezifische Herausforderungen in Potsdam stattfindet.

Ein großer Dank geht an unsere Förderer, das Auswärtige Amt und das National Endowment for Democracy, für ihre finanzielle Unterstützung.

Ebenfalls danken wir unseren Kooperationspartner Correct!v, Netzwerk Recherche, ICIJ und dem OCCRP, ebenso wie dem Medieninnovationszentrum Babelsberg MIZ, der Vereinigung Europäischer Journalisten VEJ und der European Youth Press.

Weitere Kooperationspartner sind das Ukraine Crisis Media Center, Belarus Association of Journalists, Association of Young Journalists in Armenien, Hetq - Association of Investigative Journalists, Young Journalist Center in Moldawien, Georgian Charter of Journalistic Ethics und Radio Free Liberty RFL/RL.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Die Vorbereitungen für das diesjährige M100 Sanssouci Colloquium laufen bereits auf Hochtouren!

Unter dem Titel "Krieg oder Frieden" diskutieren am 15. September in der Orangerie Sanssouci 60 ausgewählte Teilnehmer aus Europa über die Rückkehr der Geopolitik, Desintegration, die Radikalisierung der Gesellschaft und die Rolle der Medien.

Zugesagt haben bisher unter anderem Agron Bajrami (Chefredakteur Koha Ditore, Prishtina), Klaus Brinkbäumer (Chefredakteur Der Spiegel, Hamburg), Stephan-Andreas Casdorff (Chefredakteur, Der Tagesspiegel, Berlin), Ulrich Deppendorf (ehem. Leiter des ARD Hauptstadtstudios, Berlin), Kai Diekmann (Herausgeber BILD Gruppe, Berlin), Jim Egan (CEO BBC Global News, London), Dr. Tobias Endler (Ph.D. & Research Coordinator, Heidelberg Center for American Studies), Regina von Flemming (Mitglied im Vorstand Deutsch-Russische Auslandshandelskammer, Moskau), Dr. Alexandra Föderl-Schmid (Chefredakteurin Der Standard, Wien), Prof. Dr. Ulrike Guérot (Gründerin und Direktorin European Democracy Lab, Berlin), Tanit Koch (Chefredakteurin BILD, Berlin), Stefan Kornelius (Leiter Außenpolitik, Süddeutsche Zeitung, München), Emin Milli (Direktor Meydan TV), Dr. Christian Rainer (Chefredakteur Profil, Wien), Agnieszka Romaszewska-Guzy (Chefredakteurin Belsat TV, Warschau), Anita Rozentale (Chefredakteurin Bauskas Dzive, Bauska, Lettland), Gabor Steingart (Herausgeber Handelsblatt, Düsseldorf), Dr. Sylke Tempel (Chefredakteurin Internationale Politik, Berlin Policy Journal, Berlin), Dr. Uwe Vorkötter (Chefredakteur Horizont-Gruppe, Frankfurt/Main) und viele mehr. Eine Übersicht über alle Teilnehmer finden Sie hier.

Bewerbt Euch für den M100 Young European Journalists Workshop vom 10. bis 15. September in Potsdam!

Thema: Investigativer Journalismus – Ziele, Techniken und spezifische Herausforderungen.

Bewerbungsfrist ist der 12. Juni 2016. Details zu Thema und Teilnahmebedingungen gibt es hier.

Potsdam, 1. April 2016. Das M100 Sanssouci Colloquium trauert um Hans-Dietrich Genscher, der vergangene Nacht im Alter von 89 Jahren verstorben ist.

Jann Jakobs, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Potsdam und Vorsitzender des M100-Beirats: „Mit großer Betroffenheit habe ich die Nachricht vom Tode Hans-Dietrich Genschers vernommen. Sein Tod ist ein großer Verlust für die Landeshauptstadt Potsdam.

'Wir sind zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute Ihre Ausreise möglich geworden ist.' Dieser Satz aus dem Jahr 1989, dessen Ende im Jubel der etwa 4000 ausreisewilligen DDR-Bürger vor der bundesdeutschen Botschaft in Prag unterging, wird im kollektiven Gedächtnis der Deutschen haften bleiben.

2009 wurde Hans Dietrich Genscher mit dem M100 Media Award des M100 Sanssouci Colloquiums geehrt (s. Foto oben v.l.n.r.: Jann Jakobs, André Azoulay, Hans-Dietrich Genscher, Lord Weidenfeld, der polnische Botschafter Marek Prawda). Das Colloquium würdigte seine Verdienste um Völkerverständigung, seinen Einsatz für Recht und Freiheit und sowie seine herausragende Rolle bei der Überwindung der deutschen und europäischen Teilung. Er eröffnete im vergangenen September in der Orangerie von Sanssouci das M100 Sanssouci Colloquium. Seine Rede beschäftigte sich mit der Frage 'Potsdam 1945 bis 70 Jahre danach: Chancen genutzt oder vertan?', also mit der Rolle, die unsere Stadt in der Weltpolitik eingenommen hat.

Er war ohnehin gerne zu Gast in der Landeshauptstadt. So war er Ehrengast in der Villa Schöningen, als im Jahr 2014 der 25. Jahrestag der Öffnung der ungarischen Grenze gefeiert wurde."

Das M100 Sanssouci Colloquium und die Landeshauptstadt Potsdam werden Hans-Dietrich Genscher ein ehrendes Gedenken bewahren.


KRIEG ODER FRIEDEN

Die Rückkehr der Geopolitik, Desintegration und die Radikalisierung der Gesellschaft

Donnerstag, 15. September 2016

Gebeutelt von Eurokrise und Flüchtlingsströmen, der Abschottung von Binnengrenzen, dem Ukraine-Konflikt, nationalen Egoismen und dem Aufblühen rechter Parteien zeigt sich die Europäische Union knapp 60 Jahre nach Unterzeichnung der Römischen Verträge in ihrer wohl existenziellsten Krise.

Scheitert Europa? Welche Folgen haben Nationalstaaterei und Rechtsruck in vielen Mitgliedsstaaten? Wie ist es um Anspruch und Wirklichkeit der europäischen Wertegemeinschaft bestellt? Und wie kann Europa seine demokratischen Kräfte neu beleben, um die neuen Herausforderungen zu bewältigen? Welche Rolle spielen die Medien in den Informationskriegen der Gegenwart, welche Verantwortung kommt ihnen zu?

Vor diesem Hintergrund diskutieren am 15. September 2016 rund  60 führende Medien- und Meinungsmacher aus Europa beim 12. M100 Sanssouci Colloquium in der Orangerie von Sanssouci in Potsdam. Ziel des Colloquiums ist ein konstruktives, intersektorales Gespräch zwischen Vertretern aus Politik, Wissenschaft, Medien sowie relevanten Unternehmen und Institutionen über die Perspektiven eines freiheitlichen, demokratischen Europas zwischen Terrorgefahr, Rechtsruck, Renationalisierung, Flüchtlingsströmen, Überwachungswahn und politischem Kontrollverlust.

Das gesamte Konzept lesen Sie hier.

Weitere Informationen folgen demnächst.

Der Doyen des Mediengipfels M100, der Verleger, Journalist und Diplomat Lord George Weidenfeld, ist am 20. Januar im Alter von 96 Jahren verstorben.
Oberbürgermeister Jann Jakobs würdigte Weidenfeld:

Potsdam hat mit Lord Weidenfeld einen charismatischen und leidenschaftlichen Freund verloren. Unsere Gedanken sind jetzt bei Lady Annabelle. Wir werden ihn sehr vermissen. Er bleibt uns unvergessen.

Lord Weidenfeld war ein unverwechselbarer Brückenbauer. Er, der kulturbeflissene Menschenfreund, der unermessliche Kontakte in die Politik und die Gesellschaft besaß, konnte problemlos zwischen unterschiedlichen Kulturen und Gesellschaften vermitteln. Dabei half ihm sein persönlicher Hintergrund. Der jüdische Kosmopolit, der mit 18 Jahren aus Österreich fliehen musste, und in England eine neue Heimstadt fand, ist im Herzen immer dem deutschsprachigen Kulturraum treu geblieben. In England wurde George Weidenfeld 1967 zum Sir geadelt, 1976 folgte die Beförderung als Lord ins Oberhaus.

Wenn man ihn persönlich kannte, wurde schnell deutlich, dass er auch ein großer Spötter war. So soll er bereits jenseits der Neunzig in Gesprächen gesagt haben: ,Wenn der Tod kommt, bin ich einfach nicht da.'

Lord Weidenfeld hat die Potenziale Potsdams, in dessen Goldenen Buch er sich eingetragen hat, schnell erkannt und gefördert. Er hat den Mediengipfel M100 erfunden. Er war nicht nur Co-Vorsitzender des M100-Beirates und M100 Gründungsvater, er war die tragende Säule dieses internationalen Medien- und Politikforums.

Kaum jemand wie er konnte Europas tonangebende Redakteure, Kommentatoren und Medienbesitzer sowie Schlüsselfiguren aus dem politischen Raum zusammenzubringen, um die Rolle und den Einfluss der Medien in internationalen Angelegenheiten zu untersuchen und sich für Demokratie, Meinungs- und Pressefreiheit einzusetzen.

Noch im September des vergangenen Jahres hielt er auf dem M100-Galadinner eine grandiose Rede.

Potsdam hat ihm viel zu verdanken!

Er wird uns fehlen.

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2011 überreichte Jann Jakobs Lord Weidenfeld den M100 Media Award für sein Lebenswerk.

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